Frank Stronach und Neo-Stronach-Abgeordnete Ulla Weigerstorfer

© APA/EXPA/ Michael Gruber

neue Stronach-Mandatarin
12/01/2013

Weigerstorfer: „Sehe mich nicht als Politiker“

Lindner-Nachfolgerin Ulla Weigerstorfer will sich um Familien, Umwelt und Konsumenten kümmern.

von Bernhard Gaul

Ex-Miss-World Ulla Weigerstorfer zieht für das Team Stronach in den Nationalrat ein. Sie übernimmt den Sitz von Ex-ORF-Chefin Monika Lindner, die zurückgetreten ist.

KURIER: Haben Sie lange überlegt, ob Sie das frei werdende Mandat annehmen sollen?

Ulla Weigerstorfer:Eigentlich nicht. Weil mir gewisse Themen ein Anliegen sind, und wenn man einen kleinen Beitrag leisten kann, an Lösungen mitzuarbeiten, sehe ich das als Verpflichtung. Ich weiß, dass ich nicht dem klassischen Bild eines Politikers entspreche, ich sehe mich aber auch nicht als solche, sondern als Bürgervertreter.

Haben Sie noch erwartet, dass Frau Lindner noch zurücktritt?

Ehrlich gesagt, nein.

Wussten Sie, dass Sie als Abgeordnete rund 8300 Euro brutto verdienen werden?

Geld hat für mich sicher nicht oberste Priorität. Ich habe immer mein eigenes Geld verdient, mal mehr, mal weniger. Als Alleinerzieherin war es nicht immer leicht, den Spagat zu schaffen zwischen Beruf und Familie.

Sie gelten als Pferdeliebhaberin, besitzen Sie selber Pferde?

Ja, ich habe eines. Mehr kann ich mir leider nicht leisten, obwohl ich gerne würde.

Sind Sie ein politischer Mensch?

Ich sehe mich vor allem als Mensch, der mitten im Leben steht, der sein Land sehr schätzt. Wir haben das Glück, wirklich in einem sehr tollen Land zu leben. Ich habe viel von der Welt gesehen, und die Sachen, die bei uns nicht in die richtige Richtung laufen, die man verändern sollte, das sehe ich als meinen Beitrag, den ich leisten kann.

Sind Sie zum Beispiel für die freie Marktwirtschaft, oder braucht es enge Grenzen, die die Politik vorgibt?

Wir haben im Team Stronach für alle Themen Spezialisten, das ist sicher nicht mein Spezialgebiet, meine Themen sind andere. Natürlich habe ich meine Meinung, aber sachlich bin ich da nicht so sattelfest.

Wie finden Sie denn bisher die Performance Ihres Teams?

Wir sind sehr schnell gewachsen, und eine Persönlichkeit wie Frank Stronach zieht sicher viele Menschen an, die dann doch nicht ganz seinen Vorstellungen entsprechen oder nicht ganz ins Team passen. Ich glaube, dass das ein natürlicher Reinigungsprozess ist, der einen bitteren Beigeschmack hat und nicht schön ist.

Hat das Team auch ohne Stronach eine Überlebenschance?

Ja, schon. Selbst wenn er sein Mandat zurücklegt, wird er was bewegen können.

Und was werden Ihre Schwerpunkte im Parlament sein?

Familien, Umwelt, Sport und Konsumentenschutz. Zum Beispiel, dass man im Supermarkt rasch herausfinden kann, ob die Produkte, die man kaufen will, auch gesund sind. Das ist ehrlicherweise nicht leicht festzustellen.

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