Spread of the coronavirus disease (COVID-19) in Vienna

© REUTERS / LEONHARD FOEGER

Politik Inland
12/06/2020

Am Montag "nicht leichtsinnig werden": Kontrollen auf Einkaufsstraßen

"Die Zahlen sind viel zu hoch", so Gesundheitsminister Anschober. Innenminister Nehammer mahnt, die Regeln zu achten. Strafen drohen.

von Johanna Hager

Morgen, Montag, öffnet der Handel wieder. Die Befürchtung ist groß, dass die Geschäfte regelrecht gestürmt werden. Etwas mehr als die Hälfte der Österreicher hat ihre Weihnachtseinkäufe noch nicht erledigt, zeigt eine Umfrage des Gallup Instituts gemeinsam mit der WU Wien.

Man erinnere sich an die Bilder von den langen Warteschlangen vor einigen Schuhgeschäften, die vor dem harten Lockdown mit Rabattaktionen die Massen angelockt hatten.

Der Lockdown wirke, so Anschober, doch die Massentests müssten fortgesetzt werden und es gelte, nicht leichtsinnig zu werden. "Die Zahlen sind noch viel zu hoch". In Hinblick auf die Geschäftsöffnungen richtete der Ressortchef Appelle an Handel und Bevölkerung.

"Ziel muss sein, dass wir die Neuinfektionen in Richtung 1.000 Fälle weiter absenken können", so Anschober. Das würde Auswirkungen auf das gesamte System haben: "Denn zuerst sinken die Neuinfektionen, dann nach ein bis zwei Wochen die Hospitalisierungen, etwas später die ICU-Zahlen und schließlich mit einer weiteren Verzögerung die Todeszahlen."

Anschober sieht "die Phase um die Einkaufstage und die Feiertage" als langfristig entscheidende Weichenstellung in der Pandemiebekämpfung.

"Engmaschige Kontrollen" der Polizei

Auch Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) mahnt deshalb via Aussendung zur Vorsicht. "Es wird genug Zeit sein, damit jede und jeder seinen Weihnachtseinkauf erledigen kann."

"Es sind noch knapp drei Wochen Zeit bis Weihnachten, Sie müssen nicht am ersten Tag in die Einkaufszentren strömen." Der ÖVP-Minister appelliert an die Bevölkerung, "auf sich und andere zu achten" und Situationen zu meiden, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann.

Nehammer wies auch auf "die engmaschigen Kontrollen" der Polizei hin: "Speziell in Einkaufsstraßen werden verstärkte Streifen die Einhaltung der Covid-Regeln kontrollieren."

Bis zu 1.450 Euro Strafe

Organstrafmandate und Anzeigen könnten jederzeit erstattet werden. Die Strafen der Gesundheitsbehörden belaufen sich auf bis zu 1.450 Euro.

Erst jüngst hatte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) im Zusammenhang mit den bevorstehenden Lockerungen im Handel nach dem aktuellen Corona-Lockdown Kontrollen und Sanktionen in Einkaufszentren in den Raum gestellt.

Werner Kogler will Fehler aus dem Sommer vermeiden

Um Massenaufläufe in Shoppingcentern zu vermeiden, müsste gerade in den großen Einkaufszentren und Möbelhäusern "mit Sicherheit scharf kontrolliert und sanktioniert werden", erklärte er in den Oberösterreichischen Nachrichten.

In den Einkaufszentren brauche es auch ein besonderes Augenmerk auf die Zwischenflächen, wo es Sitzplätze und Takeaways gibt, so Kogler: "Das ist gerade im Winter wieder eine Zone, wo sich Gruppen bilden und auch Treffen organisiert werden können. Das ist eine Party für das Coronavirus."

Angesprochen auf etwaige Strafen, meinte der Vizekanzler: "Die Strafen sind nicht so gering." Die Frage sei, "ob man bei wiederholten Verstößen nicht auch Geschäftsschließungen durchführt", so Kogler.

 

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