Politik | Inland
12.06.2017

Nationalrat: Neos-Aufdecker Rainer Hable tritt ab

Hable kandidiert nicht mehr für den Nationalrat und gibt Leitung der oberösterreichischen Landespartei ab.

Der Nationalrats-Wahlkampf hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht, da verlieren die pinken Neos um Matthias Strolz ihren Aufdecker und Rechtsexperten Rainer Hable. Der Oberösterreicher, vom Brotberuf Anwalt, zieht sich nach dieser Legislaturperiode aus der Politik zurück - er verlässt sowohl den Nationalrat als auch die Landespartei der Neos in Oberösterreich. Hable hat sich als Aufklärer im Hypo-Untersuchungsausschuss und des Skandals um die Bundesanstalt für Verkehr (BAV) einen guten Namen gemacht, der logische Weg in den Eurofighter-Ausschuss soll ihm dem Vernehmen nach aber angeblich partei-intern verwehrt worden sein.

Aber es ist kein Blick zurück im Zorn. "Ich habe die vergangenen vier Jahre als Abgeordneter im Nationalrat sehr genossen. Die Zeit war sehr intensiv", sagt Hable zum KURIER. "Es ist Zeit etwas Neues anzufangen." Nach einem Urlaub, auf den er sich jetzt freut, will er in seinen ursprünglichen Beruf als Rechtsanwalt zurückkehren und eine Kanzlei gründen." Zu möglichen partei-internen Rücktrittsgründen und kolportierten Gerüchten will Hable nichts sagen: "Das ist nicht mein Stil." Hable konnte auch auf ein sehr versiertes Team an parlamentarischen Mitarbeitern zurückgreifen, die die Akten penibel für ihn aufbereitet haben. Der umtriebige Abgeordnete ist von der Politik "keinesfalls enttäuscht" und schließt eine spätere Rückkehr deshalb auch nicht aus.

Laut Wikipedia besuchte Hable den neusprachlichen Zweig eines Gymnasiums in Linz und leistete zwischen 1990 und 1991 seinen Präsenzdienst als Offiziersanwärter und Einjährig-Freiwilliger bei den Jägern ab. Er ist bis heute als Milizoffizier aktiv. In der Folge studierte er von 1991 bis 1993 Rechtswissenschaften an der Universität Linz und von 1996 bis 2000 Wirtschafts- und Rechtswissenschaften an der Universität Linz. Nach dem Abschluss seines Grundstudiums war er Postgraduate-Stipendiat des Wissenschaftsministeriums und Johannes Kepler Internationalisierungs-Stipendiat der Universität Linz und der Wirtschaftskammer Oberösterreich, wobei er von 2002 bis Juli 2004 die London School of Economics and Political Science absolvierte, die er mit dem Public Financial Policy MSc abschloss.

Des Weiteren absolvierte er laut Wikipedia europarechtliche Ausbildungen am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz, an der Europäischen Rechtsakademie in Trier und beim Europäischen Forum in Alpbach. Zudem absolvierte er von 2006 bis 2007 sein Gerichtsjahr und schloss sein Studium 2010 mit dem akademischen Grad Dr. iur. ab. Er verfasste seine Dissertation zum Thema „Die Grenzen des Staates: Staatsaufgaben aus verfassungsrechtlicher Sicht“, Beruflich war Hable als Auditor in einem internationalen Hotelkonzern tätig.

Zwischen 2000 und 2001 forschte er als Assistent der Johannes Kepler Universität Linz zum Thema Finanzausgleich. Von 2001 bis 2002 als Political Clerk im Generalsekretariat der EU Kommission. Er war danach von 2004 bis 2005 als Policy Advisor am UK Department for Transport tätig und arbeitete danach von 2005 bis 2006 als Teaching Fellow an der London School of Economics and Political Science. Nach seiner Rückkehr nach Österreich war er von 2007 bis 2012 in einer Anwaltskanzlei in Wien bzw. Linz tätig, im April 2012 wurde er selbständiger Rechtsanwalt. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich Europarecht sowie Verfassungsrecht der Europäischen Union.