Politik | Inland
21.06.2017

Mutmaßlicher Salafist verlässt SPÖ

Amir El-Shamy erklärte in Videobotschaft, dass er nicht mehr von der Partei überzeugt sei.

In einem Videostatement auf Facebook gab Amir El-Shamy heute seinen Austritt aus der SPÖ bekannt. Er werde seine Mitgliedschaft nicht mehr verlängern, weil er nicht mehr überzeugt sei "von dieser Partei." Sein Austritt sei eine Entscheidung im Sinne aller.

Nun wolle er sich dem "Besten für die Menschen - dem Islam" widmen. Zum Abschied wünscht El-Shamy seinen Gaubensgeschwistern noch einen schönen Ramadan. Nachsatz: "Es könnte unser letzter sein."

Als Generalsekretät von der "Iman" - das ist jene Gruppe, die in der Vergangenheit mit ihren Werbe-Aktionen für Aufsehen sorgte - war El-Shamy bereits im März dieses Jahres auch innerhalb seiner Partei in die Kritik geraten. Der Politologe Thomas Schmidinger bezeichnete "Iman" in der Presse als "politische Salafisten, die sich auf den deutschen Salafisten Marcel Krass beziehen". Krass wiederum ist Anhänger des Salafisten und Predigers Pierre Vogel, dessen inzwischen aufgelöster Verein in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wurde.

Der 27-jährige El-Shamy ging 2015 für die SPÖ Floridsdorf in den Wahlkampf und saß im Landesvorstand der "Jungen Generation".

Korrektur: In der ursprünglichen Version des Artikels hieß es, "Iman" hätte auch den Koran verteilt. Die Gruppe hat jedoch lediglich mit einem Stand in der Fußgängerzone für den Islam geworben.