Politik | Inland
26.11.2018

Ministerin Schramböck: Fachkräfte-Suche und Reform der Lehre

Neues Gesetzespaket. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) legt am Mittwoch im Ministerrat die Pläne vor.

Beim Jobgipfel der Regierung Mitte September wurden die Maßnahmen bereits diskutiert, ein Schwerpunktpaket über Fachkräfte und Lehre, legt Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) als Ministerratsvortrag am Mittwoch vor.

Dabei geht es um drei Schwerpunkte: Um die bessere Vermittlung von 8000 Lehrlingen in der überbetrieblichen Lehre, die Weiterentwicklung aller bestehenden 200 Lehrberufe und um bessere Rahmenbedingungen für die Anwerbung von Fachkräften aus den EU-Mitgliedsländern.

Fachkräftemangel

„Der Fachkräftemangel ist die größte Herausforderung für unsere Betriebe und hemmt das Wachstum. Wir müssen das vorhandene Potenzial besser nutzen und unseren Jungen eine moderne Ausbildung ermöglichen“, betont Schramböck gegenüber dem KURIER.

Mobilität fördern

Die Maßnahmen zur Vermittlung von Lehrstellensuchenden zu den Ausbildungsbetrieben soll deutlich verbessert werden, vor allem auch überregional.

Um das zu garantieren, werden die Mittel im Topf der betrieblichen Lehrstellenförderung von zehn auf 20 Millionen Euro erhöht. Damit sollen junge Arbeitslose und auch Asylberechtigte verstärkt an die betrieblichen Lehrstellen herangeführt und gegebenenfalls qualifiziert werden.

Neues Gesetz

Zudem wird künftig ein Pflichtpraktikum für die Lehrlinge in der überbetrieblichen Lehre vorgesehen. Dafür soll das Berufsausbildungsgesetz 2019 novelliert werden, um die Lehre attraktiver zu machen und Lehrlinge und Betriebe besser zusammenzuführen.

Ergänzend zu den 2018 neu geschaffenen Lehrberufsbildern, die mehr als 3000 Lehrlinge betreffen, werden Anfang 2019 vier weitere Berufsbilder aus der Gastronomie überarbeitet und mit digitalen Inhalten ergänzt. Damit wird das Berufsbild von 11.000 Lehrlingen angepasst und modernisiert.

Experten-Anwerbung

Da der österreichische Arbeitsmarkt qualifizierte Fachkräfte benötigt, die im EU-Raum angeworben werden sollen, wird die „Austrian Business Agency“ zu einer Standort-Agentur weiterentwickelt. Eine eigene Einheit zur Fachkräfteanwerbung soll aufgebaut werden. Von hier aus wird die Anwerbung von Experten gesteuert. Die Umsetzung soll im ersten Halbjahr 2019 erfolgen.

Fachkräfte anwerben

„Da es ein europäisches Rennen um qualifizierte Mitarbeiter gibt, braucht es ein direktes Recruiting im Ausland und Werbung für den Standort, um die besten Köpfe nach Österreich zu holen“, betont Schramböck.

Beim Ministerrat am Mittwoch soll auch die Mindestsicherung-neu beschlossen werden. Wie der KURIER in seiner Ausgabe am Sonntag berichtete, geht es dabei um mehr Transparenz im System sowie um eine Kürzung der Mindestsicherung für Ausländer, die schlecht Deutsch sprechen.