Politik | Inland
24.02.2015

Ministerin geht weiter offen mit Krebs um

Am Freitag fielen ihr die Haare aus, da rasierte Sabine Oberhauser ihren Kopf kahl.

Ihr Auftritt brauchte keine großen Worte. Der kahl rasierte Kopf war Botschaft genug. Am Dienstag beim wöchentlichen Ministerrat zeigte sich die krebskranke Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser ohne Haare. Keine Perücke, keine Kopfbedeckung benötigt Oberhauser, um ihren Haarausfall zu vertuschen. Auch auf Facebook postete die Ministerin ein Foto mit ihrem neuen Look.

Innerhalb weniger Stunden erntete Oberhauser über 1200 „Gefällt mir“ für ihren mutigen Schritt.

„Deprimierend“

Letzten Freitag setzte die übliche Nebenwirkung der Chemotherapie bei der Ministerin ein: die Haare fielen plötzlich aus. „Deprimierend – grauslich – ausgeliefert. Mit dem ,selber Hand anlegen‘ und sie abzurasieren, habe ich wieder Herrschaft über mein Aussehen gewonnen“, kommentiert Oberhauser ihre Entscheidung für den Glatzen-Look auf Facebook.

Die Idee kam der Ministerin durch die US-TV-Serie Sex and the City. „Ich hatte von Anfang an die Szene im Kopf, wo Samantha sich auf einer Veranstaltung als Rednerin schwitzend und schimpfend die Perücke vom Kopf reißt – und viele Frauen aus dem Auditorium es ihr nachmachen.“

Eine Botschaft, die auch anderen krebskranken Frauen Mut machen soll, den Schritt zu wagen, ohne Perücke auf die Straße oder in die Arbeit zu gehen. Die Ministerin nimmt ihr neues Styling mit Humor: „Ich habe alle Frisuren dieser Welt schon gehabt – schulterlangen Afrolook, 18 mm kurz und jetzt ist es halt wieder eine andere Frisur.“

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