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Politik Inland
01/14/2020

Angelobung am KZ-Appellplatz? Ministerin Tanner sagt FPÖ-Plan ab

Wissenschaftlicher Beirat ist "mit Nachdruck" dagegen, auch Grüne und SPÖ appellieren an Verteidigungsministerin Tanner. Sie hat den Plan ihres FPÖ-Vorgängers jetzt abgeblasen.

von Raffaela Lindorfer

"Ich gelobe, mein Vaterland, die Republik Österreich, und sein Volk zu schützen und mit der Waffe zu verteidigen; ich gelobe, den Gesetzen und den gesetzmäßigen Behörden Treue und Gehorsam zu leisten, alle Befehle meiner Vorgesetzten pünktlich und genau zu befolgen und mit allen meinen Kräften der Republik Österreich und dem österreichischen Volke zu dienen."

Diese Formel sollten Grundwehrdiener des Militärkommandos Oberösterreich am 30. April auf dem Appellplatz des früheren Konzentrationslagers Mauthausen sprechen.

Junge Rekruten, die an einem Schauplatz der Nazi-Verbrechen angelobt werden?

Geplant hatten das so der frühere FPÖ-Verteidigungsminister Mario Kunasek und das Militärkommando in Oberösterreich – und zwar schon am 30. April.

Der wissenschaftliche Beirat des Mauthausen Memorials, also des Betreibers der Gedenkstätte, spricht sich in einer Stellungnahme, die dem KURIER vorliegt, nun „mit Nachdruck gegen die geplante Angelobung“  aus.