Politik | Inland
08.05.2017

Aufregung bei Mauthausen-Gedenken wegen Kosovo

Die kosovarische Delegation hat ihre Staatsflagge gehisst. Serbien protestierte.

Eine Delegation aus dem Kovoso, die an der Gedenkfeier zum 72. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen teilnahm, sorgte bei der Delegation aus Serbien für Aufregung. Wie serbische Medien am Montag berichteten, verließ die serbische Delegation die Gedenkfeier, nachdem die kosovarische Delegation ihre Staatsflagge gehisst hatte.

Die serbische Delegation könne nicht "stillschweigend zusehen, wie die Flagge des 'Quasi-Staates' Kosovo" gehisst werde, als ob der Kosovo ein Mitglied der antifaschistischen Koalition sei", kommentierte Arbeitsminister Aleksandar Vulin, der die Delegation Serbiens bei dem Gedenken geleitet hatte, nach Angaben der Tageszeitung Politika. Serbien könne es nicht zulassen, dass seine Souveränität und sein Stolz auf "so brutale Weise" getreten werde, führte der Minister weiter aus. Wegen der Teilnahme der kosovarischen Delegation an der Gedenkfeier habe Serbien zudem einen offiziellen Protest eingereicht.

Belgrad lehnt es nach wie vor ab, die vor rund neun Jahren erklärte Unabhängigkeit des Kosovo, seiner ehemaligen Provinz, anzuerkennen. Der seit Jahren von der EU geleitete Dialog zwischen Belgrad und Prishtina zielt auf eine Normalisierung der Beziehungen ab.