Politik | Inland
14.07.2017

Liste Pilz: Auch Gabi Moser sagt ab

Ex-Grüner ist ab jetzt "freier Abgeordneter"; mögliche neue Parteifarbe: Weiß.

Gestern fand das finale "Scheidungsgespräch" zwischen Peter Pilz und dem grünen Klubchef Albert Steinhauser statt. Nach 30 Jahren politischer Ehe will Pilz eine Trennung mit Anstand. "Wir sind gut vorangekommen, aber letzte Details werden noch heute besprochen", so Pilz. Eines ist fix: Für die letzten Plenarsitzungen im Herbst wird Pilz dann "freier Abgeordneter" sein. "Ich bin kein wilder Abgeordneter. Wild war ich meiner Jugend. Ab Herbst bin ich frei".

Der Abschied von der Partei fällt ihm leicht, allerdings die Trennung von einigen Kollegen, die an ihm ans Herz gewachsen sind, erfüllen Pilz mit ein wenig Traurigkeit: " Harald Walser ist ein guter Freund von mir".

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Mit den Plänen für seine Liste geht es zügig voran. Pilz sagt, dass er bereits alle notwendigen Kandidaten für die Bundes- und Landeslisten hat. Ein grüner "Bröselauffänger" wird Pilz nicht sein. Deswegen werden auch nicht Flora Petrik oder die Ex-Kärntner-Grüne-Landessprecherin Marion Mitsche mit an Bord sein. "Ich möchte neue, spannende Personen präsentieren und keine Silberrücken-Bewegung sein", so Pilz. Er überlegt halb im Scherz sogar, sich seine grauen Haare deswegen färben zu lassen.

Haselsteiner-Applaus

Als mögliche Mitstreiter gelten der bisherige grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl und Anwalt Alfred Noll. Der langjährige Pilz-Weggefährte soll auch einer der Financiers sein. Zusätzlich hätten sich bereits rund tausend freiwillige Aktivisten für den Wahlkampf bei Pilz gemeldet. Auch Grasser-Jägerin Gabriele Moser wäre eine heiße Kandidatin für die Pilz-Liste. "Gaby und ich sind nur schwer zu trennen", so der bald Ex-Grüne am Donnerstag.

Am Freitag schon der zweite große Dämpfer für Pilz: Moser wird nicht zur Pilz-Liste wechseln. In Kenntnis der bisherigen Entwicklung und vor allem wegen "meiner Verantwortung für das Öko-Grünprojekt bleibe ich, wo ich bin", teilte sie dem Standard am Freitagvormittag mit. Der steirische Ur-Grüne Karl Öllinger hat ihm bereits abgesagt. So, wie auch der Grüne Bildungssprecher Harald Walser, der eine Kandidatur für Pilz ausschließt.

Ein überraschendes Angebot bekam Pilz von Bau-Tycoon Hans Peter Haselsteiner, der mit Brigitte Ederer eine Anti-FPÖ-Plattform für die Nationalratswahl gründete. Der Paradeunternehmer habe Pilz, so der Aufdecker, telefonisch und per Mail seine Sympathie für das Projekt einer Liste Pilz bekundet. Das ist umso überraschender als der Grüne erst 2013 eine Anzeige gegen Haselsteiner eingebracht hatte, die allerdings erfolglos blieb.

Finanzielle Unterstützung würde Pilz von Haselsteiner aber keine annehmen: "Die Liste wird für Transparenz stehen, da kann ich nicht an einem Bauunternehmer anstreifen. Da müsste ich dann mein Sakko zur Putzerei bringen und das kommt mir zu teuer", scherzt Pilz. Da die Transparenz für ihn ganz oben steht, hat er auch schon eine Farbe für die Liste Pilz ins Auge gefasst: Weiß.

Wahlkampfmanagerin

Eine mögliche Wahlkampfmanager hat Pilz auch schon engagiert. "Ich habe von Romana Bartl die Zusage, dass sie den Job übernimmt, sobald ich mich entscheide, dass ich mit einer Bewegung bei der Wahl antrete", bestätigt Pilz gegenüber dem KURIER.

Bartl und der Korruptionsjäger Pilz kennen einander schon seit vielen Jahren. Sie managte den Wahlkampf 1995, als die Grünen auf 4,8 Prozent abstürzten. Mit der grünen Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek verbindet Bartl nichts mehr. Denn ausgerechnet 1995 wurde Bartl von der damaligen grünen Bundesgeschäftsführerin Lunacek gekündigt.

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