Ist der Docht einer Kerze zu lang, entwickeln sich mehr Rauch und Ruß

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Politik Inland
12/17/2021

Lichtermeer-Initiator Landau: "'Danke sagen' allein ist uns zu wenig"

#YesWeCare: Daniel Landau und Roman Scamoni initiieren am Sonntag an derRingstraße ein Lichtermeer, "um miteinander füreinander ein Zeichen der Vernunft" zu setzen.

von Johanna Hager

KURIER: Am 19. Dezember soll es erstmals seit 1993 wieder ein Lichtermeer geben. Wie kam es zu der Idee?

Daniel Landau Die Idee zu dem „Yes We Care“-Lichtermeer hat offensichtlich schon seit Wochen in den Köpfen vieler geschwelt. Es war der Zufall, dass Roman Scamoni aus Innsbruck und Daniel Landau aus Wien einander auf Twitter begegnet sind. Wir hatten beide das gleiche Bedürfnis: Der großen Mehrheit im Land ein Bild zu geben.

Welches Bild wollen Sie vermitteln?

Das Bild, dass sich Menschen um einander kümmern, solidarisch zueinanderstehen und „Danke sagen“ wollen den Menschen im Gesundheits- und Pflegewesen, den Polizistinnen und Polizisten, die seit bald zwei Jahren unendlich viel leisten. Gleichzeitig soll der weltgrößte Lichterkranz um den Wiener Ring und entlang des Kais mehr als 13.000 Corona-Toten erinnern und auch an das Leid der an Long-Covid-Erkrankten.

Daniel Landau, Bildung

Sie verwehren sich in ersten Stellungnahmen dagegen, dass „Yes We Care“ eine Gegenveranstaltung zu den Corona-Demonstrationen ist…

… wir haben das Thema Impfen bewusst ausgespart. Wir sind auch nicht gegen etwas, sondern wollen bewusst das Für ausdrücken. Wir wollen das Bild zurechtrücken, das vielleicht in den vergangenen Wochen durch die Demonstrationen in den Landeshauptstädten entstanden ist. Wir wollen dieser lauten Minderheit ein anderes Bild gegenüberstellen. Das Lichtermeer ist bewusst keine Veranstaltung gegen die Demos oder für die Impfung. Ich selbst kritisiere die Regierung immer wieder.

Warum initiieren Sie das Lichtermeer ausgerechnet an diesem Sonntag, an dem auch der Handel geöffnet hat?

Der geeignete Zeitpunkt ist immer Jetzt. Die Idee musste reifen. Der vierte Adventsonntag ist zugleich der Vorabend zum internationalen Tag der Solidarität und damit ein würdiger Anlass. Wichtig ist mir zu betonen, dass die Initiative bewusst überparteilich ist. Es gibt bereits Parteien, die ihre Unterstützung zugesagt, obwohl es keine Reden geben wird und keine Möglichkeit für Politiker sich zu profilieren.

Wer hat seine Unterstützung zugesagt?

Ärztekammer, Gewerkschaft, Volkshilfe und andere Initiativen unterstützen uns. Wir hoffen auf über13.000 oder womöglich mehr Menschen, die mit uns gemeinsam den Ring zum Leuchten bringen und mit 13.000 Kerzen der Corona-Toten gedenken. Selbst, wenn es weniger sind, wird es ein Zeichen sein. Alle die nicht in Wien nicht ab 18h30 dabei sein können, können ein Licht in ein Fenster stellen.  Es ist ein wunderschöner Gedanke, wenn sich dieses Licht als Zeichen der Solidarität durch das ganze Land ziehen wird.

Muss die schweigende Mehrheit sich nicht auch Gehör verschaffen, die Stimme erheben?

Vielleicht gelingt es uns am Sonntag, Wien zu einem Ausgangspunkt zu machen, damit diese Aktion auch in anderen Landeshauptstädten ihre Fortsetzung findet. Zudem wird es eine Homepage geben www.yes-we-care.at, um weiteren Aktionen und Initiativen gleichsam eine Plattform zu geben und zu begleiten. Wir wollen die Menschen, die für uns alle täglich außergewöhnliches leisten wie Mediziner und Pflegepersonal unterstützen und natürlich auch als Botschaft an die Politik adressieren, ihnen adäquate Arbeitsbedingungen angedeihen zu lassen und sie anständig zu entlohnen. „Danke sagen“ allein, das ist uns zu wenig.

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