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"Schauen sicher nicht zu": Stelzer ortet unfaire Behandlung Oberösterreichs

ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer kritisiert eine budgetäre Benachteiligung von Oberösterreichs Uni-Standorten – und preist die KI-Strategie des Landes.
ORDENTLICHER PARTEITAG DER ÖVP OBERÖSTERREICH: STELZER (ÖVP)

Die ÖVP Oberösterreich hat Dienstagabend Medienvertreter in Wien zum Heuriger geladen – Ansprache von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) inklusive. Dieser sparte nicht mit Superlativen und hob die vielfältigen Stärken des Bundeslandes hervor – zu denen neuerdings auch Fußball zählt. „Wir kommen als österreichischer Meister nach Wien“, freut sich Stelzer über den ersten Bundesliga-Titel des LASK seit 1965.

Aber auch in vielen anderen Bereichen liege man ganz vorne – so verbuchte Oberösterreich im Vorjahr als einziges Bundesland ein Budgetplus, und zwar im Ausmaß von fünf Millionen Euro. Dazu kämen, so Stelzer, „die niedrigste Arbeitslosenrate, die höchste industrielle Wirtschaftsleistung, die meisten Patente und die stärkste Exportleistung Österreichs“. In Oberösterreich gelte: „Erst erwirtschaften, dann verteilen. Und wer solide wirtschaftet, kann auch in schwierigen Zeiten investieren.“

„Unfair behandelt“

Zudem äußert sich der LH zur geplanten Kürzung des Uni-Budgets um eine Milliarde Euro von 2028 bis 2030. Oberösterreich setze als Industrie- und Technologieland stark auf Innovation aus Unis und Forschungseinrichtungen, mahnt Stelzer eine „faire Behandlung“ der oberösterreichischen Uni-Standort ein: „Wir leisten als Land bereits einen großen Beitrag. Aber wir schauen sicher nicht zu, wenn Oberösterreich gegenüber anderen Uni-Standorten benachteiligt wird.“ Das gelte vor allem für die Med-Fakultät, die im Vergleich zu anderen Medizin-Unis in Österreich in budgetär unfair behandelt werde, meint Stelzer.

Investitionen in Universitäten, Forschungseinrichtungen und Fachhochschulen seien entscheidend, um Arbeitsplätze zu sichern, betont der Landeshauptmann: „Wer morgen noch wettbewerbsfähig sein will, muss heute in Forschung, Ausbildung und kluge Köpfe investieren.“

Stelzers KI-Ambitionen

Er sehe hier Oberösterreichs Kurs jedenfalls bestätigt, so Stelzer, der explizit auf jüngste Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz verweist. In Folge der Übernahme des Start-up Emmi AI durch den französischen KI-Konzern Mistral werde Linz – neben Paris, London oder San Francisco – ein offizieller Mistral-Standort. „Unser Bundesland hat sich zu einem starken Standort für Zukunftstechnologien entwickelt“, schlussfolgert Stelzer. Da auch der Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine seinen Sitz in Linz hat, schlussfolgert der 59-Jährige: „Als Industrie- und KI-Standort stehen wir für beides: Hochofen und Hightech.“

Auf Oberösterreichs Rolle im KI-Bereich dürfte Stelzer tatsächlich besonders stolz sein. Er betont die „starken Voraussetzungen“ von Hochschulen, Unternehmen und Start-ups: „Mit unserer KI-Exzellenzstrategie verfolgen wir ein klares Ziel: Oberösterreich soll zu den führenden KI-Regionen Europas zählen.“ Und, so Stelzer abschließend: „Wir wollen aus den Vorteilen unserer Heimat einen Vorsprung für die Zukunft machen.“

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