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Politik Inland
09/24/2019

Landbauer beklagt "abgenutzte Nazi-Keule“

FPÖ will sich in Niederösterreich niemanden mehr herausschießen lassen.

von Martin Gebhart

Dass FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer seinen niederösterreichischen Klubobmann Martin Huber wegen eines Glückwunsch-Postings an einem Jahrestag des Hitler-Geburtstags suspendiert hat, lässt die Landespartei nicht zur Ruhe kommen. Auf Hubers Parteiausschluss folgten Aufforderungen von ÖVP und SPÖ, auch bei anderen FPÖ-Mandataren das neu geschaffene Durchgriffsrecht anzuwenden. Landesparteiobmann Udo Landbauer hat nun außergewöhnlich scharf darauf reagiert.

Landbauer wörtlich: „Es reicht. Ich lasse mir auf Zuruf von selbst ernannten Moralaposteln niemanden aus der Mannschaft schießen. Die Vorwürfe sind haltlos und an Absurdität nicht zu übertreffen.“ Eine Woche vor der Wahl würden nun alle Register gezogen, um FPÖ-Funktionäre in Misskredit zu bringen. „Die Bevölkerung hat dieses geschmacklose Spiel mit der abgenutzten Nazi-Keule längst satt“, sagt der Landesparteiobmann.

Huber behält Mandat

In der Landesparteizentrale will man diese Botschaft ausschließlich in Richtung der anderen Parteien verstanden wissen. Partei-Insider sehen darin aber auch eine Warnung an die Bundesparteizentrale in Wien. Immerhin war es Norbert Hofer persönlich gewesen, der bei Martin Huber sofort Konsequenzen gezogen hatte, als er mit dem Glückwunsch-Posting „an alle, die heute Geburtstag haben“, konfrontiert worden war. Huber hatte das am 20. April 2014 gepostet.

Er selbst fühlt sich zu Unrecht ausgeschlossen, weil er das Posting „ohne Hintergedanken“ verfasst habe. Und er will trotz des Parteiausschlusses weiter politisch tätig sein, im NÖ Landtag nun als wilder Abgeordneter, in Blindenmarkt als Gemeinderat. Womit die FPÖ-Fraktion auf sieben Mandatare schrumpft. Huber verweist darauf, dass ihn „viele Menschen, Freunde und Bekannte“ ermuntert hätten, in der Politik zu bleiben. Die Landespartei beurteilt diesen Schritt so: „Es ist allein seine Entscheidung.“

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