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Politik Inland
09/11/2019

Kurz gegen Kogler: Ausgeglichenes Duell zweier potenzieller Partner

In der ersten Runde traf ÖVP-Obmann Sebastian Kurz auf Werner Kogler von den Grünen.

von Ida Metzger, Bernhard Gaul

Es war der erste Auftritt von Ex-Kanzler Sebastian Kurz bei den ORF-Duellen. Werner Kogler, Spitzenkandidat der Grünen,  machte es dem Obertürkisen leicht: Keine Attacke über die Enthüllungen der vergangenen Tage. Keine zynischen Seitenhiebe auf die Spesen- und Schuldenliste der ÖVP.   Nein, es ging gleich um das Thema Nummer Eins: Klimapolitik. Kurz sprach sich  gegen eine -Steuer aus, die Pendler  und den ländlichen Raum belastet.  Er lobte die Klimapolitik der ÖVP/FPÖ-Koalition –  immerhin habe man den „Ausstieg aus den Kohlekraftwerken geschafft“. Etwas, das Deutschland erst 2034 erreichen werde. Stimmt alles nicht, lautete der Befund von Kogler. „Ich wundere mich immer, wie ein so junger Kanzler so zukunftsvergessen sein kann“, attestierte Kogler. Kurz nahm das kommentarlos hin.

Kogler, der gerne doziert, rechnete Kurz vor, warum eine -Steuer sehr wohl Sinn macht. Was Kurz mache, sei „irreführend“, so Kogler. Trotz der unterschiedlichen Zugänge in der Klimapolitik hatte man nicht das Gefühl, dass hier zwei Kandidaten aufeinander treffen, die bei Koalitionsverhandlungen keinen Konsens finden könnten. Nur bei der Migrationspolitik fehlt Kurz das Verständnis für die Grüne-Position. Dieser Punkt „trenne sie“. Denn für Kogler muss jeder Flüchtling einen Platz in der EU bekommen, der ein Anrecht auf Asyl hat. Kurz hingegen meint, dass nur eine restriktive Migrationspolitik den Flüchtlingsstrom vermindern kann. Fazit: Eine harte TV-Konfrontation sieht anders aus.

Sebastian Kurz

  • Bester Moment: „Die Position der Grünen führt nur dazu, dass mehr Menschen im Mittelmeer ertrinken.“
  • Schlechtester Moment: „Da sind wir wegen des Ibiza-Videos leider nicht mehr dazugekommen.“
  • Fazit des Experten: Groß: „Ausgeglichenes Duell, in dem zwei potenzielle Partner gegenüberstanden. Kurz streckte die Hand in Richtung Kogler aus.“

Werner Kogler

  • Bester Moment: „Ich wundere mich ja immer, wie so ein junger Kanzler so zukunftsvergessen sein kann.“
  • Schlechtester Moment: Redet viel und schnell und holt vor Antworten sehr weit aus.
  • Fazit des Experten: Bachmayer: „Kogler nutzt das grüne Thema Klima für Angriffe, vermeidet aber untergriffige Bezeichnungen  wie etwa  ‚Schnöselpartei‘.“ 

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