Politik | Inland 08.11.2016

KURIER-Schulbesuch: "Keine Angst vor Hofer"

Helmut Brandstätter bei der Diskussion mit Schülern. © Bild: KURIER/Gerhard Deutsch

KURIER-Herausgeber Helmut Brandstätter diskutierte mit Schülern über die Hofburg-Wahl.

Müssen wir Angst haben vor einem Bundespräsidenten Norbert Hofer? Warum sind so viele Menschen unzufrieden mit der Europäischen Union? Und was hat Helmut Brandstätter eigentlich studiert? Fragen wie diesen stellte sich der KURIER-Herausgeber am Dienstagvormittag in der Handelsakademie und Handelsschule in der Margaretenstraße in Wien.

Die Antworten lauten – auf je ein Wort verknappt– "Nein", "Schwierig" und "Jus". Damit hätten sich die Schüler der aufgeweckten Diskussionsrunde zur Bundespräsidentschaftswahl aber nicht zufriedengegeben.

Die kaufmännische Schule des BFI Wien ist multikulturell geprägt, erklärt BFI-Chef Franz-Josef Lackinger. Es sei eine der wenigen höheren Schulen der Hauptstadt, die sich quasi jede Gesellschaftsschicht leisten könne. Bosnisch/Kroatisch/Serbisch ist hier als Wahl-Fremdsprache neben Französisch und Italienisch sogar ein Maturafach.

Bfi, Helmut Brandstätter, Diskussion mit Schülern,…
Bfi, Helmut Brandstätter, Diskussion mit Schülern, Vortrag,Wahl, Zeitung KURIER © Bild: KURIER/Gerhard Deutsch

Neue Kräfteverhältnisse

Eine Sorge dürfte gerade diese Schüler in Hinblick auf die Wiederholung der Stichwahl besonders beschäftigen: Würde die Stimmung fremdenfeindlicher, wenn Österreich im Jänner ein Staatsoberhaupt aus den Reihen der Freiheitlichen bekäme?

In den USA habe sich der Wahlkampf zu einer Tragödie entwickelt, meinte Brandstätter, weil Donald Trump gezeigt habe, dass jemand, der permanent Lügen erzählt, einem Präsidentenamt derart nahekommen kann.

Auch in Österreich habe sich das Kräfteverhältnis und damit das Klima in der Politik verändert, erzählt der KURIER-Herausgeber: Beim ersten Wahlgang im April erreichten Vertreter der ehemaligen Großparteien ÖVP und SPÖ nur magere 20 Prozent der Stimmen. Jetzt müssen wir zwischen einem Ex-Grünen und einem Freiheitlichen wählen.

Egal, wer es wird, die Grundfesten der Republik Österreich werde weder Alexander Van der Bellen noch Norbert Hofer ins Wanken bringen, betonte der KURIER-Chef. Und als Bürger hat man immer noch ein Mittel gegen Tendenzen, die abzulehnen sind. Sein Gehirn. "Aussagen analysieren, Fakten überprüfen – das kann jeder", erklärte Brandstätter den jungen Zuhörern. Das gehe sogar recht schnell und einfach via Smartphone-Recherche.

Er persönlich habe vor einem Präsident Hofer jedenfalls keine Angst.

Politikverdrossenheit

Ein Schüler wollte wissen, wo die Wurzeln der zunehmenden EU-Skepsis liegen. Brandstätter glaubt, das sei ein Generationen-Problem. Während die Älteren froh sind, dass einstige Erzfeinde wie Frankreich und Deutschland einander bei Meinungsverschiedenheiten nicht mehr umgehend bombardieren, vergessen die Jüngeren, dass die EU als Friedensprojekt gedacht war. Zeitzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg sterben aus. Irgendwann könne man über Krieg und Hunger mitten in Europa nur noch in Büchern lesen.

"Haben Sie ein Rezept gegen Politikverdrossenheit?", fragte eine Lehrerin den KURIER-Chef. Die Antwort, eingängig wie ein Wahlslogan: "Man muss selbst entscheiden, sonst entscheiden andere für einen."

1 / 10
©KURIER/Gerhard Deutsch

Bfi, Helmut Brandstätter, Diskussion mit Schülern,…

©KURIER/Gerhard Deutsch

Bfi, Helmut Brandstätter, Diskussion mit Schülern,…

©KURIER/Gerhard Deutsch

Bfi, Helmut Brandstätter, Diskussion mit Schülern,…

©KURIER/Gerhard Deutsch

Bfi, Helmut Brandstätter, Diskussion mit Schülern,…

©KURIER/Gerhard Deutsch

Bfi, Helmut Brandstätter, Diskussion mit Schülern,…

©KURIER/Gerhard Deutsch

Bfi, Helmut Brandstätter, Diskussion mit Schülern,…

©KURIER/Gerhard Deutsch

Bfi, Helmut Brandstätter, Diskussion mit Schülern,…

©KURIER/Gerhard Deutsch

Bfi, Helmut Brandstätter, Diskussion mit Schülern,…

©KURIER/Gerhard Deutsch

Bfi, Helmut Brandstätter, Diskussion mit Schülern,…

©KURIER/Gerhard Deutsch

Bfi, Helmut Brandstätter, Diskussion mit Schülern,…

( kurier.at ) Erstellt am 08.11.2016