Wie die Österreicher zu einer ORF-Reform und zur Haushaltsabgabe stehen
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann
Mit Interesse verfolgt (55 %) wurde laut OGM-Umfrage der Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann und eine mögliche Reform des Öffentlich-Rechtlichen. „Drei von vier Wahlberechtigten sehen Ansehen, Glaubwürdigkeit und Vertrauen des ORF durch die Causa Weißmann beschädigt“, sagt OGM-Chef und Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer.
Die damit einhergehende Debatte rund um ORF-Gremien wie Stiftungsräte und den öffentlich-rechtlichen Auftrag des ORF haben „den Ruf nach einer Reform, Entpolitisierung und neuen Finanzierung entfacht“, befindet Bachmayer angesichts der Umfragedaten. 43 % sprechen sich für eine ORF-Reform aus, 31 % wollen hingegen, dass weiterhin jeder Haushalt einen ORF-Beitrag (15,30 €/Monat) zahlt. 14 % können der Idee etwas abgewinnen, dass der ORF aus dem Budget finanziert wird.
Apropos Idee: Den ORF zur Gänze oder teilweise zu privatisieren, stößt auf OGM-Nachfrage auch wenig Anklang. 19 % sind für eine Privatisierung, 14 % für eine Teilprivatisierung, beispielsweise nur eines Senders. „Die meiste Zustimmung erzielt eine individuelle projekt- und sendungsbezogene öffentliche Finanzierung jener Sendungen, die dem öffentlich-rechtlichen Auftrag entspricht“, so der OGM-Chef. Ein Revival des Rundfunkvolksbegehrens (1964) sieht das Gros der Befragten skeptisch. Nur die Anhänger der Freiheitlichen können der direkten Befragung etwas abgewinnen.
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