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Benzinmangel auf der Krim: 130 Euro für eine Tankfüllung

Die Ukraine verstärkt ihre Angriffe auf die Krim. Die Folge: Benzinpreise, doppelt so hoch wie in Europa, und Hotels, die mit gratis Tankfüllungen locken.
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Dass Russland seine Angriffe auf die Ukraine intensiviert, während sich die NATO-Bündnispartner versammeln, ist ein sich wiederholendes Muster: Beinahe im ganzen Land wurde in der Nacht auf Montag Luftalarm ausgelöst. Die ukrainische Luftwaffe berichtete von 68 Raketen und 351 Drohnen, von denen der Großteil abgefangen werden konnte. Mindestens elf Menschen wurden allein in Kiew getötet.

Doch Moskaus Angriffswelle kann längst nicht mehr über die verheerenden Folgen der ukrainischen Vorstöße auf russischem Boden hinwegtäuschen. Dem Kreml zufolge griff die Ukraine mit mehr als 500 Drohnen an, darunter erneut die Raffinerie in der Großstadt Jaroslawl nördlich von Moskau. Besonders spürt das seit Monaten die seit 2014 von Moskau annektierte Krim, die die Ukraine isolieren will. Nach Angriffen auf 16 Kraftwerke am Wochenende fiel vielerorts auf der Halbinsel zeitweise der Strom aus.

80 Prozent weniger Touristen

Bereits im Mai hatte die Ukraine Straßen Richtung und Energieanlagen auf der Halbinsel angegriffen, woraufhin der Verkauf von Benzin rationiert werden musste. Seitdem ist der Tourismus eingebrochen: In Medien wird das russische Reisebüro TurEtno zitiert, das Urlaube an der „Riviera des Schwarzen Meeres“ organisiert: 80 Prozent der gebuchten Reisen im Juni sollen infolge der Angriffe storniert worden sein, für Juli und August seien es bereits 50 Prozent. Die meisten Touristen heute sind Russen, die mit dem Auto kommen und die Treibstoffkrise direkt spüren.

Für einen Liter Benzin sollen Tankstellen auf der Halbinsel mitunter bis zu 3,30 Euro verlangen – sofern Treibstoff verfügbar ist. In den sozialen Medien überbietet man sich mit Fotos von Tankrechnungen: 11.600 Rubel für eine Tankfüllung, umgerechnet 130,80 Euro. Andere Bilder zeigen Autoschlangen vor Tankstellen und Menschen, die ihre Autos zum Zapfhahn schieben.

Gratis Tankfüllungen

Ein Hotel im Kurort Saky warb sogar mit kostenlosen Tankfüllungen: Für zwei Übernachtungen erhielten Gäste zehn Liter Benzin. Laut Hotel stammte der Kraftstoff aus dem hauseigenen Vorrat, der für Stromgeneratoren vorgesehen sei. Die Aktion musste nach vier Tagen abgebrochen werden, weil die Nachfrage den Benzinvorrat überstieg.

Die Krim ist infolge der Krise aus Russlands Top-10–Touristenziele gefallen, jährlich kommen einige Millionen Menschen auf die Insel. Während früher gut situierte Ukrainer und Russen die Zarenschlösser und Höhlenklöster besichtigten und in Luxushotels viel Geld ließen, sind es heute Russen aus der unteren Mittelschicht oder Unterschicht. In vielen Hotels wohnen längst Soldaten statt Urlaubsgäste.

Kremlchef Wladimir Putin kündigte an, die Krim auf dem Land- und Seeweg mit Treibstoff versorgen zu wollen. Gleichzeitig will man den Tourismus in den annektierten, ukrainischen Gebieten ankurbeln, rund um das Asowsche Meer: In Mariupol werden neue Wohnbauprojekte, darunter Luxusbauten für Touristen, aus dem Boden gestampft – die die Wohnpreise für die kriegsgebeutelten Dagebliebenen stark steigen lassen.

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