Politik | Inland
22.08.2018

Kneissl-Hochzeit: Hofer will Putin-Besuch "nicht überbewerten"

Die beiden FPÖ-Politiker Norbert Hofer und Mario Kunasek sehen darin Werbung für die Steiermark.

Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) will die Teilnahme des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der Hochzeit von Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) nicht überbewerten. Österreich könne weiterhin die Rolle als neutraler Vermittler wahrnehmen, erklärte auch Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) am Mittwoch vor dem Ministerrat.

"Ich kann garantieren, dass Österreich neutraler Vermittler bleibt", betonte Hofer. Grundsätzlich sei wichtig, niemanden auszuschließen. Der stellvertretende FPÖ-Bundesparteiobmann erklärte weiters, dass der zahlreich kritisierte Knicks Kneissls vor Putin beim Tanz üblich sei. Einen Verstoß gegen die offizielle Linie der EU sieht Hofer nicht, wenngleich er meinte: "Mir wär' neu, dass ein Knicks bei einem Tanz in irgendeiner EU-Richtlinie festgeschrieben wäre."

Negative internationale Auswirkungen für Österreich fürchtet Hofer auch nicht: "Ich würde das nicht überbewerten." Außerdem hätten sich Politiker aus der Region über den Besuch Putins gefreut. Kneissl sei außerdem eine "hervorragende" Außenministerin.

"Großartiger Tag gewesen"

Auch Kunasek betonte, dass Österreich "selbstverständlich" noch neutral sein könne. Als Steirer sei es ein "großartiger Tag gewesen", dass Kneissl "bei uns" geheiratet habe - wie er selbst auch im übrigen und dies könne er nur jedem empfehlen. Für die Region sei das ganze jedenfalls Werbung gewesen. Dass der Steuerzahler für die Sicherheitskosten aufkomme, sieht der Verteidigungsminister ebenfalls nicht kritisch. Beim Besuch hochrangiger Staatsgäste müsse man schließlich Verantwortung wahrnehmen.

Kritik musste die FPÖ zuletzt auch im Zusammenhang mit Aussagen von Austropop-Sänger Wolfgang Ambros einstecken. Ambros hatte in einem Interview von "vielen braunen Haufen" gesprochen, FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker bezeichnete ihn daraufhin als "abgehalfterten Musiker". Hofer und Kunasek ließen dazu wissen, dass sie mit eben dieser Musik aufgewachsen seien. Jedem stehe eine Meinung zu, meinte Kunasek über Ambros' Befund. Es sei "schade", dass Ambros und auch Reinhard Fendrich das so sehen, erklärte Hofer. Ambros sei mit seiner Aussage "vielleicht übers Ziel hinaus" geschossen.