Die Nonne Bina Stanis unterstützt betroffene Familien

© KFB

Politik Inland
02/25/2020

Klimakiller Kohle raubt Indern die Lebensgrundlage

Dem Tagbau fallen Wälder und Äcker zum Opfer, ganze Dörfer werden umgesiedelt.

von Walter Friedl

Einst war die Welt der Bewohner des nordostindischen Dorfes Turi Tola in – grüner – Ordnung, mit üppiger Vegetation, von der alle lebten. Heute überzieht ein grau-schwarzer Schleier die Landschaft. Bulldozer walzten alles platt. Weg sind die Wälder, aus denen die Menschen ihr Bambus für die Korbproduktion holten, von der fast alle Familien lebten. Aus den Feldern wurden Mondlandschaften. Selbst das Dorf fiel der Exploration des Klimakillers Kohle (im Tagbau) zum Opfer.

Leben mit dem Wald

„Die Menschen haben ihre Lebensgrundlage verloren“, sagt Ordensschwester Bina Stanis, die sich nun um die Entwurzelten kümmert. Wobei die 56-Jährige nicht nur den existenziellen Aspekt betont, sondern auch den kulturellen: „Die Leute lebten mit dem Wald, der ihnen nicht nur Nahrungsquelle, sondern auch Naturheil-Apotheke und spiritueller Ort war.“

Sozialstruktur zusammengebrochen

Die ganze Sozialstruktur sei zusammengebrochen, viele (vor allem Frauen) verdingten sich jetzt ebenfalls als Kohleschürferinnen, um mit ihren Kindern irgendwie über die Runden zu kommen. Die Familien hätten Entschädigungszahlungen von der Regierung bekommen, doch das reichte in den meisten Fällen nicht aus, ein neues Dasein aufzubauen.

Frauen stärken

Gemeinsam mit ihrem Team versucht Bina Stanis im Bundesstaat Jharkhand die Menschen wieder auf die Beine zu bringen – und wird dabei von der Katholischen Frauenbewegung Österreich finanziell unterstützt: „Um die Ernährungssicherheit zu verbessern, halten wir Workshops ab in effektiveren Anbaumethoden oder zum Thema Bewässerungssysteme. Außerdem leiten wir die Bauern an, wie schon ihre Vorfahren kleine Wälle zu errichten, um der Erosion entgegenzuwirken.“

Neben Gesundheitserziehung und Säuglingspflege (um die Kindersterblichkeit zu reduzieren) gehe es vor allem auch darum, das Selbstbewusstsein der Frauen zu stärken und sie zu Trägern der Gemeinschaften zu machen.

In der Fastenzeit sammelt die Katholische Frauenbewegung Österreich Spenden, um Projekte wie dieses zu finanzieren.

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