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Politik Inland
06/15/2021

Kickls Kür zum FP-Chef: "Wir werden uns nicht ins eigene Fleisch schneiden“

Am Samstag wird Herbert Kickl zum 12. Parteichef gewählt werden.

„Ich mag nicht mehr.“ Mit diesen Worten läutet Norbert Hofer vor zwei Wochen via Twitter eine neue Ära in der FPÖ ein. Er mag nicht mehr Parteichef sein, wohl aber Dritter Nationalratspräsident bleiben. An seiner statt wird FPÖ-Klubchef Herbert Kickl kommenden Samstag beim Parteitag in Wiener Neustadt zum zwölften FPÖ-Obmann gewählt werden. Die notwendigen Stimmen aus dem Parteivorstand holte sich Hofers einziger Nachfolgekandidat vergangene Woche. Das einstimmige Votum hatte allerdings einen Makel, denn Oberösterreichs Landespartei-Chef und Kickl-Kritiker Manfred Haimbuchner und sein Vorarlberger Pendant, Christof Bitschi, verließen die Sitzung vor der Abstimmung wegen offizieller Termine, wie es hieß.

Von internen Dissonanzen will der designierte FPÖ-Chef seither aber partout nichts wissen. Von Flügelkämpfen könne keine Rede sein, denn „die FPÖ ist kein Vogel“, ließ Kickl jüngst die Tiroler Tageszeitung wissen.

Dafür wird er nicht müde zu betonen, dass das letzte Wort der Souverän hat. „Erst, wenn auch die Delegierten ihre Zustimmung zu dieser Personalentscheidung gegeben haben, werde ich entsprechend an die Arbeit gehen.“

Wie hoch das Votum der Delegierten ausfallen muss, darauf wollen sich weder er noch Parteigänger festlegen. Zur Erinnerung: Norbert Hofer bekam 2019 – nach dem Ende der ÖVP-FPÖ-Koalition im Gefolge von Ibiza – als Nachfolger von Heinz-Christian Strache 98,25 Prozent der Stimmen. Dass alles weit darunter einer Niederlage gleichkäme und für Konflikte sorgen würde, das negieren FPÖ-Funktionäre auf KURIER-Nachfrage unisono.

Das werde nicht passieren, das Votum ein hohes sein, so auch der Tenor aus Oberösterreich, wo im September eine Landtagswahl zu schlagen ist und Haimbuchner den Landeshauptmannstellvertreter stellt. „Wir werden uns nicht ins eigene Fleisch schneiden und die Obmann-Debatte weiter befeuern“, so ein FPÖ-Insider. Die vom KURIER Befragten führen lieber die Geschichte der FPÖ ins Treffen und immer wieder einen Namen: Jörg Haider.

Das Votum, das Haider beim Innsbrucker Parteitag 1986 bekam, lag bei 57,7 Prozent – die darauf folgenden Wahlerfolge, die 2000 in einer Regierungsbeteiligung endeten, könnten sich mit Kickl wiederholen, so die blaue Erzählung.

Kickl wird – dem Vernehmen nach – vorerst als FPÖ-Chef zwar seinem Oppositionskurs wie seiner Rhetorik treu bleiben, wie dereinst Haider gegen „die da oben“ und gegen den Kanzler auftreten („Kurz muss weg“), aber an seinem Image arbeiten.

Der Covid-Test, den Masken-Gegner Kickl bei seiner Wanderung vor einer Woche vor laufenden Kameras durchführte, wird von manchem schon als Indiz für den Imagewandel gewertet.

Der ehemalige Innenminister habe „eine Rechnung offen“ und wolle wieder regieren. Inhaltlich für Zustimmung sorgen soll nebst der Kritik an der Corona-Politik der Regierung mehr und mehr der Themenkomplex Soziales und dabei insbesondere der Arbeitsmarkt.

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