BZÖ-Chef Josef Bucher (48) mit seiner Liebe Simone Schwarz (28)

© gilbert novy

Josef Bucher
08/25/2013

„Ich zahle 4000 Euro Alimente“

Der BZÖ-Chef lebt seit zwei Jahren mit Simone Schwarz zusammen. Die Studentin ist 20 Jahre jünger.

von Ida Metzger

KURIER: Herr Bucher, Sie sind geschieden, Vater von drei Söhnen und sind nun wieder in einer Beziehung. Wie lange hält Ihr neues Glück schon?

Josef Bucher: Simone und ich haben uns vor knapp zwei Jahren bei der Präsentation meines Kochbuches „Die moderne bürgerliche Küche“ kennengelernt. Einer meiner besten Freunde hat Simone mitgenommen – ohne mich zu warnen (lacht).

Simone Schwarz: Ich war der einzig nicht geladene Gast.

Wie groß ist der Altersunterschied?

Schwarz: 20 Jahre. Ich bin Ende 28 und er ist frische 48 Jahre alt.

Bucher: Ich hätte 19 Jahre gesagt (schmunzelt).

Schwarz: Genau genommen sind es 19,5 Jahre. Beim ersten Date habe ich Josef gefragt, welches Baujahr er ist. Als er mir 1965 antwortete, sagte ich, das ist ja witzig, dann sind wir fast 20 Jahre auseinander. Damals blickte er mich schockiert an und meinte: „Ich dachte, du bist 35.“ Und ich habe Josef für 40 gehalten.

Bucher: So beträgt der Altersunterschied nur gefühlte fünf Jahre (lacht).

Spielen die 20 Jahre Altersunterschied eine Rolle?

Schwarz: Die 20 Jahre sind witzigerweise nicht spürbar. Natürlich bin ich manchmal enthusiastischer und träumerischer, was meine Ziele betrifft. Da holt mich Josef oft ein wenig runter.

Bucher: Ich bin körperlich fitter. Das muss man ganz offen sagen. Wenn wir in Kärnten laufen gehen, schnauft sie mir immer hinterher.

Begleiten Sie Josef Bucher beim Wahlkampf?

Schwarz: Ich stehe kurz davor, mein Pharmazie-Studium abzuschließen, arbeite schon in einer Apotheke. Aber an jedem freien Tag oder im Urlaub bin ich bei allen Terminen dabei. Sonst würden wir uns gar nicht sehen.

Können Sie sich vorstellen, in die Politik zu gehen, nachdem Sie in den letzten zwei Jahren die Politik hinter den Kulissen kennengelernt haben?

Schwarz:Seither habe ich eine andere Blickweise auf die Politik bekommen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie aufregend Politik ist, wie viel Arbeit dahintersteckt und wie viel Kampf. Es ist sehr spannend. Ich liebe es, von Stadt zu Stadt zu gondeln, mit den Menschen vor Ort zu sprechen. Das ist abwechslungsreich und im Moment beschäftige ich mich mit der Politik mehr als mit meinem Studium. Ich könnte mir sofort vorstellen, in die Politik zu gehen. Trotzdem bleibe ich Pharmazeutin mit Leib und Seele.

Politisieren Sie sehr viel miteinander?

Schwarz: Da gibt es heiße Diskussionen. Wir streiten zwar nie, aber politisieren unheimlich gerne.

Bucher: Das geht oft schon in der Früh bei uns los. Und wenn ich bei Terminen bin, geht es via SMS weiter. Da schreibt mir Simone meistens: „Und übrigens, das habe ich dir noch mitzuteilen…“. Ich bin einer, der nicht gut SMSen kann oder will. Bei mir gibt es nur ein „Ja. Nein oder ein Lächeln.“ (Anmerk. der Redaktion: Bucher meint Smiley). Mir ist ihre Außenansicht sehr wichtig, auch wenn es bei Simone mittlerweile keine mehr ist, dafür steckt die schon zu sehr in der Politik drinnen.

Herr Bucher, könnten Sie sich vorstellen, ein viertes Mal Vater zu werden?

Bucher: Darüber haben wir schon öfters diskutiert. Aber ich warte, bis geschiedene unterhaltspflichtige Männer auch den Papamonat in Anspruch nehmen dürfen. Das geht nämlich im Moment noch nicht und ist skurril. Dann steht einem Kind nichts im Wege (lacht).

Gibt es einen Plan B, wenn Sie den Einzug ins Parlament nicht schaffen?

Bucher: Nein, darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Beim BZÖ war es immer eine Zitterpartie und wir schaffen das.

Schwarz: Ich habe auch noch nicht nachgedacht, ob mir die Politik fehlen würde. Aber ich glaube, das ist vergleichbar mit der Geburt eines Babys, wenn es passiert, stellt man sich drauf ein.

Sie wollen die steuerliche Absetzbarkeit der Alimente für Väter zum Wahlkampfthema machen. Wie viel Unterhalt zahlen Sie im Monat?

Bucher: 4000 Euro im Monat, weil ich für die Ex-Ehefrau und die Kinder Unterhalt zahlen muss.

Finden Sie diesen Betrag zu hoch?

Bucher: Es ist sicher sehr viel Geld, aber für die Familie ist das Geld wichtig. Es ist nur ungerecht, das man dafür die ganzen Steuern zahlen muss. Was am Ende übrig bleibt, ist sehr wenig. Es bleiben mir etwas mehr als 2000 Euro. Ich habe gelernt, damit sehr sorgsam zu leben. Wir leben wie eine österreichische Durchschnittsfamilie.

Wie lange sind Sie schon geschieden?

Bucher: Wir sind seit 11 Jahren getrennt und seit 10 Jahren geschieden. Meine Ex-Frau lebt mit zwei von drei Söhnen nun in Deutschland. Die Trennung von den Kindern war für mich eine emotionale Hochschaubahn. Ein Glück war, dass mein ältester Sohn Florian nicht mit Deutschland gehen wollte und in Friesach blieb. Dadurch konnte ich Florian öfters sehen. Ich habe sieben Jahre lang nach der Scheidung auf 15 Quadratmeter gelebt, weil auch das Haus weg war.

Und wie schöpft man nach einer so schwierigen Trennung, wieder Vertrauen für eine neue Beziehung?

Bucher: Das ging bei mir nicht von heute auf morgen. Aber Simone und ich stellten schnell schon am ersten Abend fest, dass wir viele idente Lebenseinstellungen haben. Es war verblüffend, dass bei jeder Frage, die ich gestellt habe, Simone die Antwort gab, die ich gegeben hätte. Und umgekehrt. Am Ende haben wir uns gefragt, wer von uns beiden hat sich auf das Date vorbereitet?

Wann wird geheiratet?

Schwarz: Ich bin da sehr altmodisch und wünsche mir, dass der Mann der Frau einen Antrag macht. Und wenn das nicht passiert, heirate ich nicht (lacht).

Bucher: Ich bin von der modernen Mitte und sage, es soll ruhig auch die Frau die Möglichkeit haben, einen Antrag zu machen.

Schwarz: Dann werden wir noch lange warten (lacht).

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