Spitalsambulanzen müssen entlastet werden - soweit sind sie SPÖ und ÖVP einig

© KURIER/Jeff Mangione

Gesundheitspolitik
08/03/2016

Innovationsdebatte: SPÖ-Sprecher stellt Wahlärzte zur Disposition

Erwin Spindelberger würde Neuerungen aus den Mitteln der Wahlarzt-Refundierung finanzieren.

von Christian Böhmer

270 Millionen Euro, also ein Prozent der gesamten Ausgaben, die die öffentliche Hand im Jahr für die Gesundheitsversorgung ausgibt, sollten zweckgebunden werden – für innovative Projekte.

Das war die Idee, die Michael Heinisch im KURIER deponierte. Der Chef der Vinzenz Gruppe, also einem der größten privaten Spitalsbetreiber des Landes, fordert einen Innovationsfonds nach deutschem Vorbild. Denn, so seine Argumentation, nur mit Anreizen könnten sinnvolle Reformen in Gang kommen.

Zustimmung

Bei den Vertretern der Regierungsparteien stößt der Vorschlag durchaus auf Wohlwollen. "Ich stimme Heinisch zu. Wir könnten, ja müssten in vielen Bereichen innovativer sein", sagt Erwin Rasinger, Gesundheitssprecher der ÖVP, zum KURIER.

Für den Arzt und Abgeordneten ist klar, dass zwei Dinge geschehen müssen: "Zum einen müssen wir die Kosten und Ausgaben in den Spitälern deutlich, das heißt um geschätzte 20 Prozent, senken." Zusätzlich müsse sichergestellt werden, dass insbesondere auf dem flachen Land die medizinische Versorgung dank niedergelassener Hausärzte garantiert sei.

Ins gleiche Horn stößt Erwin Spindelberger. "Es ist richtig, dass wir die Spitalsambulanzen dringend entlasten müssen. Es ist aber auch richtig, dass der ländliche Raum nicht ausgedünnt werden kann. Ich kann nicht das Spital in Mariazell zusperren und sagen: ,Dann gibt’s eben in 50 Kilometern Entfernung kein Angebot mehr‘", sagt der Gesundheitssprecher der SPÖ.

Bei der Frage, wie Innovationen im Gesundheitssystem finanziert werden könnten, macht Spindelberger einen durchaus unkonventionellen Vorstoß: "Ich weiß, dass ich mir damit keine Freunde mache aber: Ich hinterfrage, ob man Wahlärzte überhaupt braucht."

Spindelberger schlägt vor, dass die Krankenkassen ihren Versicherten die Wahlarzt-Rechnungen nicht mehr refundieren. "Mit dem Geld, das hier eingespart wird, könnte man zusätzliche Kassenarztstellen schaffen – und das maßgeschneidert für die Versicherten, sprich: Mit speziellen medizinischen Angeboten und patienten-freundlicheren, also längeren Öffnungszeiten."

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