Politik | Inland
04.05.2018

IKG: Boykott der FPÖ ist aufrecht

Der Präsident der IKG, Oskar Deutsch, nimmt an der Gedenkveranstaltung für die NS-Opfer am Freitag im Parlament teil.

Deutsch führt eine größere Delegation der Israelitischen Kultusgemeinde an. Wird der einstimmige Beschluss der IKG, keine politischen Kontakte zu Politikern der FPÖ zu haben, dadurch aufgeweicht oder aufgehoben?

"Überhaupt nicht. Der Beschluss ist aufrecht", betont Deutsch im KURIER-Gespräch. "Wir sind selbstbewusst und lassen uns nicht vorschreiben, an welchen Veranstaltungen wir teilnehmen. Wir entscheiden das selbst. Das heutige Gedenken ist wichtig und deshalb nehmen wir daran teil. Wir haben auch dort keinen politischen Kontakt mit FPÖ-Ministern oder FPÖ-Abgeordneten."

Der IKG-Chef wurde zur Gedenkveranstaltung persönlich von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka  eingeladen.  „Das Parlament ist ein Ort des Dialogs“, heißt es  dazu im  Büro von Sobotka. "Die Vertreter der IKG und  Präsident Deutsch sind zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen." Vor Wochen  war Oskar Deutsch auch bei der 80-Jahr-Feier der Republik anwesend.

Der IKG-Präsident betont, dass in  den Kultusrat-Sitzungen immer wieder die Situation in der Koalition und der FPÖ besprochen werde. Seit Regierungsantritt zähle die IKG antisemitische und neonazistische Aussagen und Vorfälle aus den Reihen der FPÖ. "Bisher sind es 23. Und in nur zwei Fällen ist ein Parteiausschluss bekannt. Nicht eingerechnet ist die Subventionierung eines neuen antisemitischen Magazins. Die Beteuerungen von FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache ändern nichts an der Gesinnung“, sagt  IKG-Präsident Deutsch.