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Politik Inland
09/19/2012

Hypo räumt in Liechtenstein auf

Baustelle Liechtenstein: Die Kärntner Hypo hat nun wieder volles Durchgriffsrecht auf ihre Tochter.

von Robert Kleedorfer

Verdächtige Kreditgeschäfte, Geldwäschevorwürfe und undurchschaubare Immobiliendeals: Die Tochter der Kärntner Hypo Alpe-Adria in Liechtenstein steht seit Jahren im Fadenkreuz der Ermittler. Auch die neue Führung der Hypo versucht Licht ins Dunkel zu bringen. Nun ist ihr ein entscheidender Schritt dazu gelungen. Sie erhält wieder Einblick in alle Geschäftsunterlagen.

Das war bis dato nicht so. Denn 51 Prozent der Anteile an der Tochter wurden 2007 an die AAP Holding verkauft. Diese wurde von Prinz Michael von Liechtenstein gegründet. Wer daran noch beteiligt ist, ist bis heute unklar.

Nachdem 2009 die Finanzmarktaufsicht in Liechtenstein zahlreiche Verstöße bei der Tochter aufgedeckt hatte, beschlossen die Eigentümer die Liquidation. Dabei zahlte die Hypo der AAP den Kaufpreis zurück. Zugleich vereinbarte die Hypo mit der AAP einen Beratervertrag für die Liquidation. Die Hypo hatte aber nur einen Teil des dafür vereinbarten Honorars überwiesen. Der Rest blieb offen. In Folge ist das Institut noch immer nicht liquidiert und die Kärntner haben bis dato im Aufsichtsrat nur eingeschränkt Rechte. Der stellvertretende Hypo-Chef Wolfgang Edelmüller ist dort zwar Mitglied, durfte aber an seine eigene Bank über die Tochter nicht berichten.

Das soll sich ändern. Denn die Hypo hat sich mit der AAP auf Zahlung von weniger als eine Million Euro geeinigt. Damit könnte es auch einen Durchbruch bei den Ermittlungen rund um viele dubiose Deals geben, die über Liechtenstein gelaufen sind. Nicht betroffen sind die Geschäfte des ehemaligen kroatischen Generals Vladimir Zagorec. Er hat 16,5 Millionen Euro an Krediten bereits im Vorjahr beglichen.

Klage

Das Land Kärnten fordert vom Bund Schadenersatz wegen der Hypo-Notverstaatlichung. Laut Anwaltskanzlei Klaus & Partner hat die Republik entweder grob fahrlässig gehandelt oder ist von der BayernLB getäuscht worden. Denn die BayernLB habe bankintern schon ein Jahr vor der Verstaatlichung entschieden, die Hypo abzustoßen.

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