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Sophie Karmasin
03/08/2014

Recht auf Karenz für homosexuelle Pflege-Eltern

Diskriminierung: VP-Familienministerin will, dass Schwulen- und Lesbenpaare mehr Pflegekinder betreuen.

von Maria Kern

Die Debatte über ein Adoptionsrecht für Homosexuelle hat die ÖVP ja offiziell für beendet erklärt. Homosexuelle dürfen nach Ansicht der Volkspartei weiterhin nur Stiefkinder adoptieren. Die "Fremdkind-Adoption" soll heterosexuellen Paaren und Einzelpersonen vorbehalten sein.

ÖVP-Familienministerin Sophie Karmasin will aber forcieren, dass Schwulen- und Lesbenpaare mehr Pflegekinder betreuen. Die Ressortchefin möchte daher, dass die Betroffenen auch ein Recht auf Karenz erhalten.

Ende 2012 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) gab es mehr als 11.000 Pflegekinder. Nur rund 4500 von ihnen kamen bei Pflege-Eltern unter. Der Rest musste in Wohngemeinschaften und Heimen untergebracht werden. Der Bedarf an Pflegeeltern ist also groß. Auch homosexuelle Paare sind als Bewerber willkommen – in allen Bundesländern mit Ausnahme von Niederösterreich.

Hürden

Die Schwulen und Lesben kämpfen aber mit juristischen Hürden. Während heterosexuelle Pflege-Eltern in Karenz gehen können, wenn sie ein kleines Pflegekind bekommen, gilt das für Homo-Pflegeeltern nur begrenzt.

Ein Recht auf Karenz gibt es nur, wenn die Eltern auch eine Adoption anstreben. Das ist homosexuellen Paaren, wie erwähnt, gesetzlich untersagt. Sie sind daher darauf angewiesen, dass ihnen die Arbeitgeber entgegenkommen. Sagt das Unternehmen "Nein" zur Karenz, bleibt sie dem Antragsteller verwehrt.

Karmasin will, dass diese Diskriminierung gesetzlich beendet wird. "Ich möchte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (er ist der zuständige Minister, Anm.) vorschlagen, dass auch homosexuelle Pflegeeltern einen Rechtsanspruch auf Karenz bekommen", kündigt Karmasin im KURIER-Gespräch an.

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