Politik | Inland
24.07.2018

Hofer verkündet zwei Teststrecken für Tempo 140

Der Verkehrsminister lässt auf insgesamt 120 Kilometern und in zwei Bundesländern das Tempolimit nach oben schrauben.

Zuletzt erregte sein Vorstoß, die Führerscheinprüfung nicht mehr auf Türkisch ablegen zu können, Aufmerksamkeit. Heute stellte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) seinen Plan für Tempo 140 km/h auf der Autobahn vor.

Wo will Hofer das höhere Tempolimit einführen? Geplant sind zwei Testabschnitte der Westautobahn. Abschnitt 1 wird rund 88 Kilometer lang sein und zwischen Melk und Oed in Niederösterreich liegen. Der zweite - bereits bekannte - Abschnitt werden 32 Kilometer zwischen Haid und Sattledt in Oberösterreich sein.

Ausweitung ab 2019 möglich

Das neue Tempolimit gilt ab August und für beide Fahrtrichtungen, sagte Hofer bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien gemeinsam mit Josef Fiala, Geschäftsführer der Asfinag. Schon vorab hatte es geheißen, das " Pilotprojekt" werde  Vorteile "für die Verkehrsteilnehmer und den Verkehrsfluss" bringen.

Beginn und Ende werden nicht - wie ursprünglich angekündigt - mit elektronischen Überkopf-Anzeigen angezeigt, sondern mit eigenen Verkehrsschildern. Das Pilotprojekt soll ein Jahr dauern und wird von der Asfinag mit Vorher-Nachher-Messungen begleitet. So wurden noch bei Tempo 130 und werden in den betroffenen Abschnitten Luftgüte, Lärm, Durchschnittsgeschwindigkeiten und Unfallzahlen ermittelt. Auf Basis der Vergleichswerte will das Verkehrsministerium im August 2019 entscheiden, ob Tempo 140 beibehalten und ausgeweitet wird. Dafür infrage kommen laut Hofer weniger als 50 Prozent der heimischen Autobahnkilometer.

Wie der KURIER im Jänner berichtete, sind es aber wohl nur sehr wenige Abschnitte, die tatsächlich die Möglichkeiten für zehn km/h mehr bieten (siehe Österreich-Karte). Von der Asfinag hieß es zumindest damals, leuchtende Überkopfanzeigen seien eine der Voraussetzungen. 

Unterschiedliche Reaktionen

Hofers Vorhaben war zuletzt auf politischen Gegenwind gestoßen. Mitte Juni sprachen sich die Umweltreferenten der Länder geschlossen gegen das Vorhaben aus und forderten die Einhaltung der Grenzwerte für Luftschadstoffe ein.

Im Autofahrer-Club ÖAMTC begrüßt man Hofers Vorstoß. "Jene, die das Limit bisher nur geringfügig überschritten haben, müssen künftig nicht mehr mit einer Bestrafung rechnen", sagte ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer zur Krone. Vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) heißt es hingegen, verhältnismäßig niedrige Tempovorschriften - wie bisher in Österreich - reduzierten auch die Zahl tödlicher Unfälle. Klima-Experten zeigten sich bereits im Vorfeld "enttäuscht" von dem Pilotprojekt.