Irmgard Griss will in die Hofburg.

© KURIER/Gilbert Novy

APA/OGM-Vertrauensindex

Hofburg-Umfrage: Griss genießt größtes Vertrauen

Wie weitere mögliche Anwärter Van der Bellen, Hundstorfer und Pröll abschneiden.

10/18/2015, 09:22 AM

Die frühere OGH-Präsidentin Irmgard Griss geht mit dem größten Vertrauensvorschuss in den Kampf um die Hofburg. Das geht aus dem aktuellen APA/OGM-Vertrauensindex hervor. Hinter Griss folgt der frühere Grünen-Chef Alexander Van der Bellen auf Platz zwei. Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) haben Aufholbedarf.

Noch steht kein einziger Präsidentschaftskandidat definitiv fest, in der ÖVP soll etwa die Entscheidung demnächst fallen, wie Parteichef Mitterlehner am Sonntag sagte. Aber APA und OGM haben bereits die chancenreichsten Anwärter abfragen lassen. 500 Personen gaben ihre Einschätzung ab, wem von ihnen man vertrauen kann.

Platz eins kassierte dabei Irmgard Griss ab, die als Leiterin der Hypo-Untersuchungskommission erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. Ihr Vertrauenswert von plus 24 ist aber mit ein wenig Vorsicht zu genießen. Denn sie, die als Unanbhängige kandidieren würde, hat einen deutlich geringeren Bekanntheitsgrad als die meisten anderen Bewerber. So gaben bei ihr nur 34 Prozent der Befragten eine Einschätzung ab. Zum Vergleich: zu Hundstorfer hatten 87 Prozent eine Meinung.

Van der Bellen gut im Rennen

Ebenfalls gut im Rennen liegt der frühere Bundessprecher der Grünen, Van der Bellen. Er weist einen positiven Vertrauenssaldo von 19 auf, und das bei hohem Bekanntheitsgrad. Platz drei geht an Rechnungshof-Präsident Josef Moser, der als freiheitlicher Kandidat im Gespräch ist. Sein Plus von 13 ist aber wie Griss' Wert mit Einschränkungen versehen. Denn auch zu ihm haben nur 35 Prozent eine Meinung.

Im rot-schwarzen Duell hat im Vertrauensindex Hundstorfer knapp die Nase vorne. Mit plus 11 rangiert der wahrscheinliche rote Hofburg-Kandidat zwei Punkte vor dem niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll, mit dem die ÖVP in die Präsidentschaftskanzlei einziehen möchte.

Pühringer und Leitl als Pröll-Alternativen

Landeshauptmänner Erwin Pröll (l.) und Josef Pühringer

Sollte Pröll doch nicht wollen, kämen beispielsweise Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl für die Volkspartei in Frage. Pühringer ist mit plus 13 sogar besser angeschrieben als Pröll, Leitl mit plus drei schlechter.

Keine echte Alternative zu Moser scheint bei der FPÖ die scheidende Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt, Ursula Stenzel zu sein. Sie ist als einzige der Abgefragten im Minus, und das mit minus 18 ganz ordentlich.

Interessant ist, dass die ganze Sache auch sehr eng ist, wenn man nur die Positiv-Meinungen ansieht, die ja für die Wahl besonders entscheidend sind. Da liegt Hundstorfer mit 49 gleichauf mit Van der Bellen in Führung. Die schwarzen Landeshauptmänner Pröll und Pühringer folgen mit 46 gleich dahinter. Griss und Moser bilden mit 29 bzw. 24 das Ende. Das heißt, sie profitieren beim Saldo davon, dass ihnen kaum jemand misstraut.

Fischer unangefochten

OGM-Chef Wolfgang Bachmayer weist daraufhin, dass noch keiner der Anwärter auch nur annähernd an die Werte von Amtsinhaber Heinz Fischer (Saldo zuletzt plus 53) herankommt. Dass Griss an der Spitze des Feldes liegt, sieht er darin begründet, dass es breite Zustimmung zu ihrer Kritik am politischen System als Chefin der Hypo-Untersuchungskommission gibt. Auch ihre Unabhängigkeit als Richterin und Parteilose weiß zu gefallen. Van der Bellen wiederum profitiert laut Bachmayer unter anderem davon, dass er nicht mehr in tagespolitisches Gezänk verwickelt war.

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