Österreichs Jungunis (unter 50 Jahre alt) rangieren unter den 100 Besten der Welt.

© dpa/Jan-Philipp Strobel

Hochschule
04/29/2015

Österreichs junge Universitäten unter Top 100

Die Meduni Wien rangiert im internationalen Ranking an 37. Stelle. An der Spitze liegt die Schweiz.

von Jürgen Klatzer, Christa Breineder

Wenn die weltweit besten Jungunis (unter 50 Jahre) gekürt werden, darf sich Österreich über Top 100 Platzierungen freuen. Im diesjährigen "Times Higher Education 100 Ranking under 50" belegt die 1365 als Fakultät der Uni Wien gegründete Medizinische Universität (Meduni) Wien den 37. Rang. Damit hat sie im Vergleich zum Vorjahr nur einen Platz eingebüßt.

An der Spitze des Rankings liegt die ETH Lausanne (Schweiz), gefolgt von den südkoreanischen Hochschulen Pohang University of Science and Technology und Korea Advanced Institute of Science and Technology.

Ebenfalls unter den Top 100 befindet sich die 1966 gegründete Johannes Kepler Universität Linz (JKU). 2014 noch auf Rang 70, rutschten die Oberösterreicher auf den 87. Platz ab. Meinhard Lukas, designierter Rektor der JKU Linz (am Bild links), erklärt gegenüber dem KURIER, dass der Trend zwar in die falsche Richtung geht, "trotzdem ist es erfreulich, dass wir abermals unter den Top 100 gereiht wurden."

Auf eine bessere Platzierung darf der Rechtswissenschafter, der im Oktober die Agenden des scheidenden Rektors Richard Hagelauer (am Bild rechts) übernehmen wird, nur noch im kommenden Jahr hoffen. Dann feiert die Linzer Uni nämlich ihr 50-jähriges Bestehen und fällt somit auch aus der Riege der jungen Hochschulen raus.

"Junge" Federn

Das Ranking der jungen Unis ist bei Kritikern umstritten. Wegen diversen Neugründungen oder Ausgliederungen von Fakultäten wird die Rangliste nämlich kosmetisch verzerrt. So scheint die Meduni Wien nur deshalb im Ranking auf, weil sie 2004 aus der Uni Wien ausgegliedert wurde und seither eine eigenständige Institution ist. Auch andere Hochschulen schmücken sich mit "jungen" Federn.

Die französischen Unis Paris-Sud (10. Platz) sowie Pierre et Marie Curie (11. Platz) wurden Anfang der 1970er Jahre aus der Sorbonne ausgegliedert. Auch die Universität Duisburg-Essen gehört zu den alten Hasen unter den Jungspunden. Sie entstand 2003 durch eine Fusion der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg und der Universität-Gesamthochschule Essen.

Der Ranking-Herausgeber Phil Baty weist jedoch darauf hin, dass es wichtig sei, jene Universitäten unter 50 Jahre abzubilden, die die alteingesessenen angloamerikanischen Hochschulen herausfordern können. Und dazu gehören nun auch die jung gemachte Meduni Wien und die tatsächlich junge JKU Linz.

Kritikpunkt: Rankings

In der Königsdisziplin der Uni-Ranglisten, dem "Times Higher Education World Ranking", glänzen die heimischen Hochschulen seit Jahren durch Abwesenheit. Lediglich die Uni Wien kann sich über einen Platz unter den Top 200 freuen (182).

Ob internationale Rankings den Charakter und den Wert einer Hochschule abbilden, darf aber stark bezweifelt werden. Denn als Kriterien werden ausschließlich direkt quantifizierbare Indikatoren, wie Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen oder Grad der Internationalität, herangezogen. Jene Faktoren, die für eine Universität wichtig, aber nicht messbar sind, spielen bei den meisten internationalen Vergleichsstudien eine untergeordnete oder überhaupt keine Rolle.

Die besten Jung-Unis

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