ÖVP-Seniorenchefin Korosec: Mückstein muss vom Reden ins Tun kommen

© Kurier/Juerg Christandl

Politik Inland
11/18/2021

Herbe Kritik der ÖVP-Senioren an Mückstein

Pandemie sei keine Ausrede für Pflegestillstand: „Ein Minister muss zwei Themen gleichzeitig bewältigen können.“

von Christian Böhmer

Als wäre das akute Pandemie-Management nicht fordernd genug, bekommt Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) nun auch in einer anderen Sache zunehmend Druck: bei der Pflegereform.

In einem dem KURIER vorliegenden Brief drängen die Präsidentin des ÖVP-Seniorenbundes, Ingrid Korosec, sowie alle neun ÖVP-Landesseniorenpräsidenten Mückstein dazu, beim Pflege-Thema endlich in die Gänge zu kommen. Es gäbe „Maßnahmen, die keine lange Debatte mehr erfordern“, heißt es in dem Schreiben. „Ehestmöglich“ sei ein „konkretes Konzept“ für die Entlastung der Pflegekräfte vorzulegen.

Im Gespräch mit dem KURIER kann Korosec nicht mehr verbergen, dass sie langsam die Geduld mit dem Ressortchef verliert. Von dem für 26. November angekündigten „runden Tisch“ zur Pflegereform wisse sie „offiziell noch gar nichts“. Korosec: „Ich habe keine Einladung bekommen und daher keine Ahnung, mit wem der Herr Bundesminister das ausgemacht hat – vielleicht mit sich selbst.“

„Es müssen Taten folgen“

Dass die Pandemie mit der vierten Welle nunmehr auf einen unrühmlichen Höhepunkt zusteuert, lässt Korosec als Erklärung nicht gelten. „Ja, wir haben eine Pandemie, und ja: Der Druck ist hoch. Aber die Pflegereform ist für die Betroffenen ein mindestens ebenso lebenswichtiges Thema, und in der Politik ist es halt so: Als Minister muss man auch

zwei große Themen gleichzeitig bewältigen können.“

Immerhin brenne der Hut. „Wir haben in den Pflegeheimen keine Betreuer mehr, Betten stehen leer.“ Sie sei keine Aktionistin, aber schon unter Mücksteins Vorgänger Rudolf Anschober seien „viele Vorarbeiten“ geleistet worden. „Jetzt müssen endlich Taten folgen. Immerhin brauchen wir bis ins Jahr 2030 rund 100.000 Pflegekräfte. Das geht nicht über Nacht.“ Priorität müsse daher sein, den Beruf rasch aufzuwerten – finanziell, aber auch, was die Arbeitsbedingungen betrifft.“

Es gebe viele Menschen, die Pfleger werden wollen, meint Korosec. „Denn abgesehen von der momentanen Stresssituation durch die Pandemie ist das auch ein sehr, sehr schöner Beruf.“

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