Missbrauchten Heimkindern, wie jene vom Wilhelminenberg (Bild), wird geholfen.

© KURIER/Stephan Boroviczeny

Missbrauch von Heimkinder
03/07/2017

Heimopfer bekommen 300 Euro zur Pension

Pensionsunterstützung. Drei Millionen im ersten Jahr zugesichert.7000 Menschen sind österreichweit betroffen

Ehemalige Heimkinder, die Opfer von Missbrauch waren, sollen künftig finanzielle Unterstützung erhalten. 300 Euro sollen es pro Person und Monat zusätzlich zu deren bestehender Pension sein. Laut SP-Sozialminister Alois Stöger sind rund 7000 Menschen, die als Kinder in Heimen untergebracht waren, betroffen. Er sei "heute glücklich", da dieses wichtige Thema erledigt worden sei. Die Menschen seien als Kind den Familien weggenommen und in Heimen vernachlässigt worden. Nun könne man ihnen eine Hilfe anbieten. Der KURIER deckte 2011 den Wiener Kinderheimskandal am Wilhelminenberg auf.

SP-Kanzleramtsminister Thomas Drozda zeigte sich stolz über den Beschluss und verwies auf einen Staatsakt für Missbrauchsopfer im Parlament im vergangenen Herbst. Damals sprach sich Kanzler Christian Kern für finanzielle Hilfe aus. "Einige haben mich persönlich angesprochen, ihre Schicksale erzählt, die einfach nie wieder in die Spur des Lebens gefunden haben (...). Ich bin der Auffassung, wir als Gesellschaft haben da Verantwortung. Und deswegen müssen wir schauen, wie wir da jetzt helfen können."

Die jetzt beschlossenen Leistungen übernehme zunächst der Bund. Kirche und Bundesländer als Betreiber von Heimen sollen aber ebenfalls zur Kasse gebeten werden. Über die Jahre dürfte die Leistung rund acht Millionen Euro pro Jahr ausmachen.