Politik | Inland
18.08.2017

Kritik an Liste Kurz: "Eventpolitik wie einst Haider und Berlusconi"

SPÖ-Landeschef Hans Niessl vermisst bei prominenten Kandidaten der Liste Kurz Inhalte.

Eine Fernsehmoderatorin, eine ehemalige Miss und eine Winzerkönigin – für ländliche Verhältnisse ist es quasi A-Prominenz, die sich da auf der Liste Kurz für das Burgenland tummelt. "Mich erinnert das stark an Eventpolitik, wie sie einst Jörg Haider und Silvio Berlusconi vorgeworfen wurde", sagt Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) im KURIER-Gespräch – und er warnt: "Auch da haben sich viele blenden lassen und zu spät gemerkt, dass das der falsche Weg ist."

Niessl kritisiert konkret, dass Parteichef Sebastian Kurz immer wieder Promis präsentiere – zuletzt etwa den Mathematiker Rudolf Taschner oder die Ex-Spitzensportlerin Kira Grünberg – aber kaum über Inhalte gesprochen werde. "Welchen Zugang haben diese Kandidaten zu Arbeitslosen? Zu Mindestpensionisten? Ich glaube, keinen. Die leben in ihrer eigenen Schickimicki-Welt."

Kurz hat ja angekündigt, sein Programm Anfang September zu präsentieren. Niessl: " Wahlkampf ist ein Wettbewerb der besten Ideen. Wieso muss man da bis zur Intensivphase warten? Um eine Meinung zu haben, brauche ich kein Parteiprogramm."