Einstimmen für den Hofburg-Wahlkampf: Hofer, Strache

© APA/MANFRED FESL

FPÖ-Aschermittwoch
02/10/2016

"Halal-Heringsschmaus": Strache teilte aus

Der FPÖ-Chef zog in Ried vom Leder und warb für Hofburg-Kandidaten Hofer.

Das frisch gezapfte Bier, der blau-weiße Saal-Schmuck: Vieles war am Mittwoch wie immer in der Rieder Jahnturnhalle. Warum sollte es 2016 auch groß anders sein? Warum sollte die FPÖ just bei der 25. Auflage ihres von der CSU importierten "politischen Aschermittwochs" von einem Erfolgskonzept abgehen? Dafür war die Halle in den vergangenen 24 Jahren zu gut gefüllt, dafür wurde zu ausführlich Bericht erstattet.

Und doch warHeinz-Christian Straches elfter Auftritt als Chef der FPÖ wieder anders: Denn das gesellschaftliche und politische Klima im Land ist nicht vergleichbar mit dem von vor einem Jahr – die gesamte Innenpolitik steht seit Monaten unter dem Eindruck der Flüchtlingsthematik, und damit unter einem, wenn nichtdem Kern-Thema der Blauen. Und weil im April zudem ein neues Staatsoberhaupt gewählt werden soll, nutzte Strache die Gunst der Stunde und machte aus der Rieder Rede eine Wahlkampf-Veranstaltung für den blauen Kandidaten, fürNorbert Hofer.

Mit ihm werde die Hofburg nicht "zur Fluchtburg für einen gescheiterten grünen Parteiobmann oder einen roten Produzenten für Massenarbeitslosigkeit", sagte Strache. Hofers Weigerung, ein Fairnessabkommen für den Wahlkampf zu unterzeichnen, verteidigte Strache. Denn dies sei in Wahrheit nur ein "Mundtot-Abkommen". Außerdem habe die FPÖ seit Jahren ein entsprechendes Abkommen gegenüber der "eigenen Bevölkerung". Hofer selber versprach "ein Schutzherr für die Österreicher und Österreicherinnen werden zu wollen, die es ohnehin im Land schon schwer genug haben".

Strache sagte, er rechne damit, dass bei einer Abfuhr für den schwarzen und roten Kandidaten (Andreas Khol und Rudolf Hundstorfer) beide Parteien "die Nerven verlieren" und im Herbst Neuwahlen anstehen. Die "unabhängige" Kandidatur von Alexander van der Bellen, der zehn Jahre den Grünen vorstand, bezeichnete er als "Verhöhnung".

"Ried darf nicht Riad werden"

Viel Zeit widmete Strache dann erwartbar der Flüchtlingskrise. Das Argument, mit den Flüchtlingen kämen top-qualifizierte Arbeitskräfte ins Land, gelte wohl nur, wenn man "syrische Fußpfleger bei uns als Orthopäden akzeptiert". So sei sein Vorbild vielmehr der "ungarische Schützer der Staatsgrenzen Viktor Orban". Denn beim "Halal-Heringsschmaus" wolle er künftig nicht sitzen. "Der Halbmond ist wunderschön, wenn er am Himmel steht oder wenn er als Vanillekipferl daherkommt. Aber als Symbol für Österreich brauche ich ihn wirklich nicht". Oder aber: "Ried darf nicht Riad werden."

Natürlich durfte auch nicht der verbale Rundumschlag gegen die Regierung ("rücktrittsreif") fehlen. Vor allem an der SPÖ-Riege und deren Umbildung ließ er kein gutes Haar. Kanzler Werner Faymann ("weder ein Staatsfreund noch ein Menschenfreund") schickte er wegen seiner verfehlten "Willkommenskultur" umgehend "in die politische Pension". Neo-Sozialminister Alois Stöger sei nicht mehr als ein "Tausendsassa des Versagens".

"Besser Schilling als Schelling"

Nicht anders seine Abrechnung mit den Schwarzen: Außenminister Sebastian Kurz ist für ihn nur eine "minderjährige Plaudertasche", auf dessen erwachsen werden er nicht warten könne. Den Arbeitseifer von Innenministerin Johanna-Mikl Leitner, ständig Obergrenzen zu aktualisieren, von jährlich auf täglich zu stündlich, reduziere sich auf "Placebo-Forderungen". Und zu Finanzminister Hans-Jörg Schelling hätte man früher noch sagen können: "Besser Schilling als Schelling".

Wenig wusste Strache zu den Grünen, "den Gutmenschen" zu sagen.

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