Glawischnigs Allergie: Schuld war die Birke

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Foto: deutsch gerhard Glawischnigs Allergie: Ein oder Sojamilch? Nein, die Birke war das Problem

Warum die Grüne bis vor kurzem mit einem Notfallset ausgestattet war.

Eine Woche lang machten wüste Spekulationen über eine Ablöse von Grünen-Chefin Eva Glawischnig die Runde. Viele Namen wurden genannt: Ihre Stellvertreterin Ingrid Felipe, Van-der-Bellen-Wahlkampfmanager Lothar Lockl oder Klubobmann David Ellensohn. Damit will Glawischnig heute Schluss machen. Nach einer Woche im Krankenstand, den sie nach einem schweren allergischen Schock einlegen musste, stellt sich die Parteichefin der Grünen heute im ORF-Polittalk Im Zentrum den Vorwürfen.

Ihr gegenüber sitzt die kaltgestellte Junge Grünen-Chefin Flora Petrik, die mit der Ankündigung bei ÖH-Wahl nicht die GRAS, sondern die Splittergruppe der Grünen Studierenden zu unterstützen, den Rauswurf aus der Partei provozierte.

Eine Entscheidung des Parteivorstandes, den nicht alle bei den Grünen mittragen. Immerhin waren die Jungen Grünen maßgeblich am Wahlerfolg von Alexander Van der Bellen beteiligt. Die Mobilisierungsstärke der Jugendorganisation könnte der Grünen Parteichefin bei den kommenden Nationalratswahlen fehlen, wenn sie wieder als Spitzenkandidatin ins Rennen geht.

Notfallset gegen die Allergie

War der Knatsch mit den Jungen Grünen der Auslöser für den allergischen Schock?

"Es war wohl die Birke", erzählt Glawischnig lachend. Ursprünglich hatte sie das Ei oder die Sojamilch vom Frühstück im Verdacht – ein Allergie-Test brachte nun die Gewissheit.

Erst am Freitag bekam Glawischnig grünes Licht vom Arzt, auch wieder die politische Bühne zu betreten. Solange der Auslöser nicht feststand, musste Glawischnig eine Art Notfallset bei sich tragen. Eine Fertigspritze, die man ganz leicht in den Oberschenkel spritzen kann, damit Blutdruck und Kreislauf in Minutenschnelle stabilisiert werden.

Notfälle hat Glawischnig auch in der Partei genügend zu stemmen. Durch den Rauswurf der Jungen Grünen verliert die Partei beachtliche 160.000 Euro an Fördergelder, die das Familienministerium ausbezahlt. Familienministerin Sophie Karmasin will die Mittel nun für die Rauchprävention für Jugendliche verwenden.

Und dann muss die Parteichefin noch die Wogen innerhalb der Partei glätten. Einfach auf 4000 engagierte Mitglieder zu verzichten, ist kein Honiglecken. Zu allem Überdruss gibt es noch den EU-Abgeordneten Michel Reimon, der mit seinem emotionalen Facebook-Postings gegen Flora Petrik Öl ins Feuer goss und den Konflikt zur Eskalation trieb. Auch hier muss Glawischnig deeskalierend wirken.

(kurier) Erstellt am
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