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gesundheitspolitik
08/02/2013

„Die Stöger-Jahre waren fünf verlorene“

ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger attackiert den SPÖ-Ressortchef.

von Christian Böhmer

Einen sehr schlechten Befund stellt Erwin Rasinger, Arzt und Gesundheitssprecher der ÖVP, der Politik von SPÖ-Gesundheitsminister Alois Stöger aus. „Die Stöger-Jahre waren fünf verlorene“, sagt Rasinger zum KURIER.

Fest macht der ÖVP-Mandatar das insbesondere an der Gesundheitsvorsorge: „80 Prozent der Österreicher bewegen sich mittlerweile gar nicht mehr. Herz-, Kreislauf- und Zivilisationserkrankungen haben stark zugenommen. Dennoch fließt von den jährlich 30 Milliarden Euro, die wir in unser Gesundheitssystem investieren, nur ein Bruchteil in den wichtigsten Bereich, die Prävention.“

Die von Stöger präsentierten Gesundheitsziele seien „vage Absichtserklärungen“; professionelle Gesundheitspolitik sehe anders aus. Rasinger: „Man muss konkrete Ziele formulieren, etwa: In zehn Jahren senken wir die Zahl der Herzinfarkte um zwanzig Prozent – und dann die entsprechenden Schritte setzen, um das zu erreichen.“

Der erste wäre für Rasinger, „100 Millionen Euro in eine Präventionskampagne zu investieren“ – und eine Zweck-Widmung der Tabaksteuer für Prävention durchzusetzen. Zudem wünscht sich der Gesundheitspolitiker ein „Präventionsgesetz nach Schweizer Vorbild“ (vorgesehen war u. a. ein Bundesinstitut für Gesundheitsprävention und eine „Gesundheitsprüfung“ für große staatliche Projekte, kam im letzten Moment aber nicht zustande).

Den Einwand, die ÖVP und er selbst seien als Regierungspartner für die Situation mitverantwortlich, lässt der Parlamentarier nicht gelten: „In einer Bundesregierung ist jeder für sein Ressort zuständig. Das Gesundheitsressort wurde die letzten fünf Jahre von der SPÖ geführt.“

Rasingers Kritik ist wohl dem Wahlkampf geschuldet. In der Sache hat er allerdings recht. Laut OECD altern die Österreicher messbar ungesünder als andere Europäer. So beträgt die Lebenserwartung mittlerweile zwar 80,4 Jahre. Im Schnitt verleben die Österreicher davon aber nur 59,4 Jahre beschwerdefrei – 1,3 Jahre weniger als der EU-Schnitt. Und während etwa ein Schwede im Schnitt „nur“ die letzten zwölf Jahre in Krankheit verlebt, sind es in Österreich 21.

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