© REUTERS/LISI NIESNER

Politik von innen
03/17/2020

Für den Fall der Quarantäne: Schlafplätze im Kanzleramt eingerichtet

Nur vier ausgewählte Vertraute dürfen das Büro von Sebastian Kurz betreten. Wird ein Mitarbeiter positiv getestet, schließen sich die Tore des Kanzleramts.

von Ida Metzger

Derzeit gibt es ohnehin nicht mehr als drei Stunden Schlaf im eigenen Bett, doch der Notfallkoffer mit den wichtigsten Utensilien hat das Team rund um Sebastian Kurz im Kanzleramt schon deponiert. Schlafplätze mit Betten sind ebenfalls für die wichtigsten Mitarbeiter im Bundeskanzleramt aufgestellt. Alles ist für ein eventuelles Notfallszenario gerüstet. Denn was passiert, wenn ein Mitglied aus dem Kabinett des Bundeskanzlers positiv auf Corona getestet wird?

 

Dann schließen sich die mächtigen Eingangstore der ehemaligen Staatskanzlei von Fürst Metternich für zwei Wochen. Alle im Bundeskanzleramt müssen in Quarantäne gehen. Auch der Bundeskanzler darf dann das Büro nicht mehr verlassen. Theoretisch (falls es in den wichtigsten Ministerien mehrere Corona-Fälle gibt) kann sogar das gesamte Regierungsviertel isoliert werden, denn die wichtigsten Regierungsgebäude wie Kanzleramt, Innenministerium sowie die Hofburg, wo Bundespräsident  Alexander Van der Bellen seinen Amtssitz hat, sind unterirdisch über ein Tunnelsystem verbunden. Oberste Priorität ist, dass die Regierung in der Krisenzeit handlungsfähig bleibt.   

Vorsorgemaßnahmen

Noch ist es nicht soweit. Damit der Notfall nicht eintritt, und der Kanzler isoliert werden muss, sind im Bundeskanzleramt eine ganze Latte an Vorsorgemaßnahmen getroffen worden. Künftig wird es am Haupteingang am Ballhauspaltz Fieberscans geben. Das Arbeitszimmer des Bundeskanzlers darf nur mehr von vier Vertrauten von Kurz betreten werden. Zu diesem Quartett zählen sein Kabinettchef Bernhard Bonelli, sein wichtigster Vertrauter Gerald Fleischmann, sowie Lisa Maria Wieser, die langjährige Büroleiterin des ÖVP-Chefs und sein Pressesprecher Johannes Frischmann.

Ausnahmen werden zwar gemacht, aber nur für die zuständigen Mitarbeiter und die wichtigsten Minister, die die Corona-Krise managen, wie etwa Gesundheitsminister Rudolf Anschober oder Innenminister Karl Nehammer. Der Abstand von einem Meter wird bei diesen Meetings selbstredend eingehalten. Noch vor einer Woche waren die Pressekonferenzen im Steinsaal mit Journalisten knallvoll - auch hier wurde die Zutritterlaubnis drastisch reduziert.

Videokonferenzen statt Treffen

Als weitere Sicherheitsmaßnahme werden Arbeitsplätze von den Vertrauten des Bundeskanzlersregelmäßig desinfiziert und auch  Besprechungen aller Regierungsmitglieder  wie beispielsweise am Montagabend erfolgen derzeit per Videokonferenz. Wie in den anderen Betrieben arbeiten auch im Bundeskanzleramt viele Mitarbeiter über Homeoffice weiter. Nur die wichtigsten Mitarbeiter kommen in den Morgenstunden auf den Ballhausplatz und verlassen das Büro wieder weit nach Mitternacht. "Es ist manchmal gespenstisch, wenn wir nach Hause gehen, weil derzeit wirklich niemand auf der Straße ist", erzählt der Pressesprecher von Sebastian Kurz

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