FPS-Gründer Schnell: "Freiheitliche Inhalte, aber keine Aggressivität"

© APA/FRANZ NEUMAYR

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07/13/2015

"FPS": Blau, aber ohne Strache

Salzburg: Strache ließ neuen FPÖ-Chef küren. Schnell startet mit neuer Partei durch.

von Christian Böhmer

Und wieder einmal durfte Heinz-Christian Strache einen Abend im Westen verbringen: Am Montag traf sich die Salzburger FPÖ unweit des Mirabellgartens in einem Innenstadthotel, es galt, Andreas Schöppl zum neuen Landesparteichef zu wählen.
Der Parteitag war der Höhepunkt dessen, was Strache gerne die „Runderneuerung“ der Salzburger FPÖ nennt.
Wie berichtet hat Strache seinen Landesobmann Karl Schnell wegen „Gefahr im Verzug“ jüngst der FPÖ verwiesen. Parteischädigendes Verhalten und Gesprächsverweigerung werden dem Geschassten zur Last gelegt.
In den Salzburger Bezirken wurden innert weniger Wochen Bezirksparteitreffen abgehalten, um neue, Strache-loyale Vorstände zu küren.

Und bei eben diesen Regionalsitzungen ließ es sich der Bundesobmann – wie auch gestern in der Landeshauptstadt – nicht nehmen, selbst teilzunehmen. Den Parteikollegen müsse der Ernst der Lage vor Augen geführt werden, deshalb sei „HC“ vor Ort, hieß es erklärend in Wien.

Nervosität

Straches auffallende Präsenz dürfte freilich auch Ausdruck einer gewissen Unruhe, vielleicht sogar Nervosität sein. Denn der in Salzburg nicht unbekannte Schnell wollte sich nach dem Rauswurf nicht geschlagen geben, zog fast alle Landtagsmandatare auf seine Seite – und gründete kurzerhand eine Partei.
Als „Freiheitliche Partei Salzburg“, kurz FPS, buhlt er nun um Mitglieder, Schnells Baby ähnelt nicht nur optisch der FPÖ (siehe www.freiheitlich.at), sondern auch inhaltlich. „Wir sind zu 100 Prozent freiheitlich“, sagt Schnell zum KURIER. Man wolle Anlaufstelle für all jene bleiben, die Rot und Schwarz nicht wählen wollen. „Allerdings kommen wir ohne die dumpfe Aggressivität von Strache aus.“
Aber wie genau wird man sich unterscheiden? Warum sollten sich FPÖ-Wähler für die FPS entscheiden?
Als Beispiel für die Unterschiede bringt Schnell das Verhalten der Strache-FPÖ nach dem Grazer Amoklauf: „Da sind gerade Menschen gestorben, eine Stadt, ja ein Land trauert, und dann fährt er (Strache), da so rein und versucht, mit der Tragödie Politik zu machen. Auch bei uns haben viele gesagt: ‚Das gehört sich nicht, das ist charakterlos‘.“ Blaue Inhalte, aber sanfter im Ton, das klingt ein wenig nach BZÖ – immerhin wollten Haider und seine Orangen 2005 ja auch alle aggressiven Strömungen der FPÖ hinter sich lassen. Mit dem BZÖ will Schnell dennoch nicht verglichen werden. „Das BZÖ stand für einen klassischen Manchester-Liberalismus“, sagt Schnell. „Aber mit dem will ich als echter Freiheitlicher nichts zu tun haben.

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