Kickl im Tank: So viel kostete die blaue Billigsprit-Aktion
Erfahrung im öffentlichkeitswirksamen Verteilen milder Gaben hat man bei der FPÖ schon seit den Zeiten von Jörg Haider. War es doch der damalige Kärntner Landeshauptmann, der gerne Bedürftige zu sich ins Büro kommen ließ, um ihnen im Blitzlichtgewitter Geldscheine zuzustecken.
Ihm wollen anscheinend seine Erben nacheifern. „Tanken zu FPÖ-Preisen“, hieß es am Sonntag in Wien-Ottakring. In einer Tankstelle konnten sich Autofahrer von FPÖ-Funktionären wie Wiens Parteichef Dominik Nepp um 40 bis 50 Cent pro Liter verbilligten Sprit in den Tank füllen lassen.
Knapp hundert Autofahrer hätten laut FPÖ-Schätzungen während der zweistündigen Aktion die Tankstelle angesteuert. Keine Antwort gibt es auf die Frage, was sich die Partei die Aktion hat kosten lassen.
Auf Basis der geschätzten Teilnehmerzahl kommt man bei einer groben Überschlagsrechnung auf einen niedrigen vierstelligen Betrag, den der blaue Bonus ausgemacht haben dürfte. Rechtlich dürfte sich die FPÖ-Aktion jedenfalls im erlaubten Rahmen bewegen. Auf Nachfrage sieht man bei der Partei keinen Unterschied zu den üblichen Werbe-Aktionen, wo statt Sprit Würstel und Bier verteilt würden. Obendrein verweist man auf ein Gutachten von Verfassungsrechtler Heinz Mayer im Zusammenhang mit der Spesenaffäre von Heinz-Christian Strache. Demnach gelte beim Einsatz von Parteigeldern ein sehr weiter Spielraum.
In den sozialen Medien hatten sich viele FPÖ-Fans beschwert, dass die Aktion nur in Wien stattgefunden hat. Ob es jetzt eine blaue Tankstellen-Tour durch Österreich geben wird, ist aber noch offen.
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