FPÖ-Tankaktion sorgte für Verkehrschaos in Ottakring
Auf der linken Spur in der Gablenzgasse (Ottakring) Richtung Stadthalle ging am Sonntagnachmittag nichts mehr. Polizisten riefen den Autofahrern, die sich für die Tankaktion der FPÖ einreihen wollten, zu, sie mögen weiterfahren, es sei kein Platz in dem engen Innenhof der Zapfstation.
Einige ließen sich davon aber nicht abschrecken, und drehten Runde um Runde, um günstig zu tanken - der Verkehr kam dadurch teilweise zum Erliegen, die Nerven mancher Polizisten lagen blank. "Jetzt gehen sich wieder zwei Autos aus", rief ein Mitglied der FPÖ, der die Autos Richtung Tankstelle einweist.
"Endlich wieder leistbar"
Ein junger Mann hat es geschafft, er saß gegen 17.30 Uhr in seinem Auto und wartete, bis er auftanken konnte. Den Stau nahm er dafür in Kauf: "Endlich gibt es wieder einmal leistbare Spritpreise. Danke an die FPÖ und genau das Gegenteil von einem 'Danke' an unsere wunderschöne Links-Regierung", sagte er. Mit Namen wollte er aber nicht genannt werden.
In der Gablenzgasse staute es sich am Sonntagnachmittag.
Erst am Freitag sind die Spritpreise in Österreich weiter gestiegen, viele Tankstellen hoben ihre Preise für Benzin und Diesel erneut stark an. Diesel kostete verbreitet erstmals seit Beginn der US-israelischen Bombardierungen mehr als zwei Euro.
Dieselpreis liegt kaum mehr unter 2 Euro
Damit gibt es in Österreich nur noch vereinzelt Tankstellen, in denen Diesel für unter zwei Euro pro Liter getankt werden kann. Diese liegen meist in Grenznähe zu Ländern, in denen Sprit günstiger ist.
Der österreichweite Median betrug 2,109 Euro, nach 1,969 Euro am Donnerstag. Der Median für Benzin stieg von 1,759 auf 1,849 Euro, teilte die E-Control am Samstag auf ihrer Webseite mit.
Zurück nach Ottakring: Auch FPÖ-Wien Landesparteiobmann Dominik Nepp nahm an der Aktion teil. Wie viele Autos das Angebot annehmen, könne er schwer schätzen. "Da sieht man, wie groß der Leidensdruck sein muss. Keiner steht ja gerne am Sonntag im Stau. Unsere Aktion, bei der der Spritpreis zwischen 40 und 50 Cent pro Liter günstiger ist, kommt gut an", sagte Nepp.
Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp nahm auch an der Tankaktion teil.
Sondersitzung am Montag
Ob die FPÖ regelmäßig solche Aktionen machen werde, könne er jetzt noch nicht beantworten. "Schauen wir mal, was in den nächsten Tagen im Nationalrat passiert. Dort werden die verschiedenen Modelle ja zur Abstimmung gebracht", betonte der Wiener FPÖ-Parteichef.
Am Montag wurde eine Sondersitzung angesetzt, bei der die Gesetzesänderungen eingebracht werden. Die Sitzung dient auch dazu, die geplanten Preissenkungen bei den Treibstoffen in den parlamentarischen Prozess einzubringen.
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