Politik | Inland
04.01.2018

Fachkräfte aus dem Ausland: FP kommt Hoteliers entgegen

Der Plan, den Job-Markt für Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland zu öffnen, wird wohl zum nächsten Aufreger.

Nach dem umstrittenen Aus für die "Aktion 20.000" und den "Beschäftigungsbonus", zwei Projekte noch von Rot-Schwarz, sorgt die neue türkis-blaue Regierung für den nächsten Aufreger auf dem Arbeitsmarkt. Nach medial kolportierten Plänen von Sozialministerin Beate Hartinger-Klein ( FPÖ) soll die sogenannte "Mangelberufsliste" regionalisiert werden. SPÖ, Gewerkschaft und AK kritisieren das scharf, weil sie mehr Druck und Lohndumping auf den heimischen Arbeitsmarkt befürchten. ÖGB-Präsident Erich Foglar sagt: "Wenn es darauf ankommt, dann geht die FPÖ vor der Wirtschaft und Industrie offensichtlich in die Knie und öffnet die Schranken noch weiter für Billigarbeitskräfte aus dem Ausland."

Worum geht es konkret?

Gibt es in einer Branche österreichweit wesentlich mehr offene Stellen als Arbeitslose, dann kommt der Job auf die Mangelberufsliste. Heuer stehen dort 27 vorrangig technische Berufe, wie IT-Fachkräfte, Dreher oder Schweißer.

Der Clou ist: Fachkräfte aus nicht-EU-Ländern können in diesen Berufen für zwei Jahre zu einer Arbeitserlaubnis in Österreich kommen, wenn sie bestimmte zusätzliche Kriterien erfüllen (z.B. Sprache, Berufserfahrung).Wird die Mangelberufsliste regionalisiert, könnten in Zukunft z.B. Köche und Kellner im Westen Österreichs zu Mangelberufen erklärt werden, was Hoteliers seit Langem fordern.

Bisher sind das keine Mangelberufe, weil im Osten Österreichs viele Köche und Kellner arbeitslos sind, während sie im Westen fehlen. Wird die Mangelberufsliste also regionalisiert, sprich erweitert, könnten auch ausgebildete Köche und Kellner aus Nicht-EU-Ländern wie Serbien oder der Ukraine zu einer zweijährigen Arbeitserlaubnis in Österreich kommen. Die Gewerkschaft fordert stattdessen, die Lehre zu forcieren und den Fachkräftemangel aus dem heimischen Nachwuchs zu decken.