Politik | Inland
21.06.2014

Faymanns Kanzlerbonus ist weg, Spindelegger nur auf Platz 3

SPÖ und FPÖ matchen sich um Platz eins. Die ÖVP hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Weiter stark unterwegs sind Grüne und Neos.

Die SPÖ belegt in der Sonntagsfrage von OGM im Auftrag des KURIER weiterhin Platz eins, doch die FPÖ kommt ihr gefährlich nahe.

26 Prozent bekämen die Roten – wäre heute Wahltag, schon 25 Prozent die Blauen. Die ÖVP liegt mit 22 Prozent wie auch bei der letzten Umfrage im April auf Platz drei (damals 21 Prozent).

Bei der Nationalratswahl Ende September lautete die Reihenfolge noch: SPÖ (27), vor ÖVP (24) und FPÖ (21).

Parallel dazu entwickelt sich die Kanzlerfrage, sagt OGM-Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer ( Bild). Könnte man den Bundeskanzler direkt wählen, würden derzeit 19 bzw. 12 Prozent fürWerner Faymann undMichael Spindelegger votieren, aber bereits 16 Prozent für Heinz-Christian Strache.

Bachmayer: "Die Regierung erledigt die Arbeit der Opposition. Das reicht von den zunehmenden Koalitionsstreitereien bis zum Erdogan-Besuch. Aber wir sehen die FPÖ dennoch nicht auf Platz eins. Das geben unsere Daten einfach nicht her."

Auffällig auch: Konnten frühere Regierungschefs wie Franz Vranitzky auf Umfragewerte von 50 Prozent und mehr bauen und damit weit über das eigene Lager hinaus punkten, so spricht Kanzler Faymann – wie erwähnt – nur noch 19 Prozent der Wähler stark an. Das heißt, nicht einmal die SPÖ-Klientel steht geschlossen hinter dem roten Regierungschef.

Michael Spindelegger konnte seit der letzten Umfrage im April wenigstens von damals zehn auf die jetzigen 12 Prozent leicht zulegen. Bachmayer sagt dazu: "Der Finanzminister hält bei Steuerreform und Hypo Linie, auch wenn sein Kurs vielleicht unpopulär und nicht mehrheitstauglich ist. Das bringt ihm Gegner, aber auch neue Anhänger."

Völlig weg vom Fenster ist hingegen das Team Stronach und mit ihm Kathrin Nachbaur. Die Partei könnte derzeit mit einem Prozent der Stimmen rechnen, Nachbaur würde niemand mehr direkt zur Kanzlerin wählen.

Zum Vergleich: Grünen-Chefin Eva Glawischnig bekommt in der Kanzlerfrage 8 Prozent, Neos-Chef Matthias Strolz immerhin 5 Prozent Zustimmung.

Auch ihre Parteien sind vergleichsweise stark unterwegs: Die Grünen bekamen bei der Nationalratswahl 12 Prozent der Stimmen und liegen jetzt bei 13 Prozent. Da wirkt die EU-Wahl nach.

Neos kommt in der OGM-Umfrage auf 10 Prozent, nach 5 Prozent bei der Nationalratswahl. Zwischenzeitlichen waren Neos im April sogar bei 13 Prozent. Auch das erklärt Bachmayer mit dem "Stimmungs- und Umfragehype" rund um die EU-Wahl.

Während das Team Stronach für Bachmayer also drauf und dran ist, endgültig in der Bedeutungslosigkeit zu versinken, sieht er in den kommenden Landtagswahlen für Neos große Chancen der "weiteren Bedeutungsaufwertung".