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© APA/AFP/PATRICK HERTZOG

Politik Inland
12/10/2019

Eurobarometer: Klimawandel beunruhigt die Österreicher am meisten

Zwei Seelen wohnen in der Brust der Österreicher, wenn es um die EU geht. Die Zustimmung sinkt. Bei den wichtigen Themen aber setzt man auf die EU.

von Ingrid Steiner-Gashi

Der Klimawandel - da sind sich alle Europäer gleich - ist die größte Herausforderung, mit der sich die EU in nächster Zeit befassen muss. Nach den Ergebnissen der jüngsten Eurobarometer-Umfrage des EU-Parlaments will rund ein Drittel aller befragten Bürger, dass der Kampf gegen den Klimawandel oberste Priorität bekommt.

In Österreich sieht man dies als sogar noch dringlicher an: 38 Prozent der Befragten sehen mehr Einsatz im Bemühen, die Umwelt zu retten, als das oberste Ziel. Damit hat der Kampf gegen den Klimawandel alle bisherigen Sorgen der Österreicher auf die hinteren Plätze verdrängt.

An zweiter Stelle der Wünsche, die man an Europas Poltiker hat, liegt der bessere Schutz der EU-Außengrenzen - für 28 Prozent der Österreicher hat dies Vorrang.

Mehr Engagement gegen Armut und soziale Ausgrenzung wünschen sich 27 Prozent der Österreicher. Und für etwa ein Viertel hat die Bereitstellung von leistbaren und sicheren Lebensmitteln oberste Priorität.

Gespaltenes Verhältnis

Erstaunlich aber bleibt laut Eurobarometer das Verhältnis der Österreicher zur Europäischen Union - nämlich ein seltsam gespaltenes. Demnach vertrauen die Befragten in der Alpenrepublik durchaus darauf, in  der EU mitbestimmen zu können: Fast zwei Drittel der Österreicher (65 Prozent) sind sich sicher, dass "ihre Stimme in der EU zählt". Und 44 Prozent, also um vier Prozentpunkte mehr als noch vor einem halben Jahr, wollen auch, dass das EU-Parlament künftig eine stärkere Rolle spielen soll.

Gleichzeitig aber sank laut Umfrage die Zustimmung zur EU auf nur noch 49 Prozent. (minus 1 Prozentpunkt im Halbjahresvergleich).  Österreich liegt damit quer zum Trend im Rest Europas -  im Schnitt befürworten sechs von zehn Europäern die EU-Mitgliedschaft.

Österreicher sehen EU-Funktionsweise kritisch

"Die Österreicher sind sehr kritisch, was die Funktionsweise der EU angeht", gibt Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik, zu bedenken. Doch bei anderer Fragestellung als etwa in der Eurobarometer-Umfrage käme man zu ganz anderen Ergebnissen, sagt er. "Wenn wir klar fragen: Soll Österreich in der EU bleiben oder austreten? - dann kommt immer eine Zustimmungsrate zwischen 70 und 75 Prozent." Und nach dem beschlossenen Brexit sei die Zustimmung sogar noch konstant weiter gestiegen, führt Schmidt gegenüber dem KURIER aus.

Im Vergleich zum Frühjahr ist der stärkste Anstieg der Unterstützung für die EU-Mitgliedschaft in Frankreich zu verzeichnen, wo der Anteil der positiven Ansichten um 6 Prozentpunkte auf 58 Prozent gestiegen ist. In Griechenland stieg die Unterstützung um 5 Punkte auf 47 Prozent und in Lettland um 4 Punkte auf 59 Prozent. Dagegen ging die EU-Unterstützung in Litauen ( minus 8 Punkte), in Polen und Zypern (beide minus 5 Punkte) zurück.

Die Daten der aktuellen Eurobarometer-Umfrage

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