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Nevrivy schimpft über Babler: „Ein Bürgermeister, der nichts kann“

In Tonaufnahmen ist zu hören, wie SPÖ-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy den Vizekanzler, Parteikollegen und ehemaligen Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler übelst beschimpft.
Nevrivy Donaustadt

Ernst Nevrivy, SPÖ-Bezirksvorsteher der Wiener Donaustadt, hat politisch schon viel überlebt. Im Prozess zur insolventen Immobiliengruppe Wienwert wurde er „im Zweifel“ freigesprochen. In der „Kleingartenaffäre“, wo Nevrivy der Anstiftung zum Amtsmissbrauch und der verbotenen Intervention verdächtigt wurde, hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt.

Nur wird es für den 58-jährigen Bezirkskaiser, der als enger Vertrauter von Bürgermeister Michael Ludwig gilt, erneut brenzlig. Am 20. November 2025 war Nevrivy bekanntlich Teil jener Vierer-Runde, die sich im Weinkeller von Walter Ruck rund vier Stunden lang besprach. Ruck ist als Präsident der Wiener Wirtschaftskammer vor zwei Wochen zurückgetreten. Der KURIER hat weitere, bisher unbekannte Tonaufnahmen zugespielt bekommen, die nun insbesondere Nevrivy unter Druck setzen. 

Bereits berichtet: Er bezeichnet die Wiener Wirtschaftsagentur unter anderem als „inkompetentesten Haufen, den es geben tut“. Auch die inhaltliche Kompetenz von Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) stellt Nevrivy in Frage. Doch es geht noch weiter – und wird noch unfreundlicher.

Nevrivy: „Dilettantenpartie“, „deprimierend“, „Babler kann nichts“

In Rucks Weinkeller entspinnt sich nach rund zweieinhalb Stunden eine innenpolitische Debatte. Im Zentrum stehen die Dreierkoalition, insbesondere Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ). 

Das Gespräch beginnt harmlos, Thema ist die Budgetkonsolidierung: „Wir fangen erst jetzt zu sparen an. Was sie jetzt gemacht haben, ist ja nur der Anfang“, meint Nevrivy. 

Ruck antwortet: „Was ich ja nicht verstehe: Der Christian Stocker ist ein paar Monate älter als ich. Der ist 66, der wird nicht mehr antreten. Der hat nichts zu verlieren. Wenn ich 66 Jahre alt bin, trete nicht mehr an, dann stelle ich mich hin, zum Beispiel in der Pensionsfrage: Liebe Österreicherinnen, liebe Österreicher, ich tät jedem von euch gerne einen Tausender am Tag überweisen. Es geht nur schlicht und einfach nicht. Ihr habt ein bisschen zu viel vorher gekriegt, jetzt fangen wir das wieder ein. Punkt.“

Nevrivy kann sich weder mit den Sparbemühungen im Pensionsbereich noch mit Bablers Mietpreisbremse anfreunden: „Erstens sparst du nicht viel ein und dann schaffen wir es, eine Aussendung zu machen, dass die Luxus- und Sonderpensionen eh ihren Beitrag dazu leisten. Das heißt: 2.500 Euro brutto. Das heißt, jeder Österreicher, der sein Leben lang gearbeitet hat, hat auf einmal eine Luxuspension laut Babler. Und das Gleiche, was er jetzt machen tut mit den Mieten...“ Kein einziger Österreicher habe aufgrund der Mietpreisbremse weniger Miete gezahlt, meint Nevrivy.

Die Runde beklagt die Visionslosigkeit der Bundesregierung. Babler und Stocker hätten keine bundespolitische Erfahrung.

„Du hast hier eine Dilettantenpartie“, poltert Nevrivy über das Regierungsteam. Er würde weder Babler noch Stocker „als Geschäftsführer“ nehmen.

Dann wird es persönlich, einige Begriffe sollen an dieser Stelle unerwähnt bleiben. „Babler ist ein [stark verunglimpfendes Adjektiv, Anm.] Bürgermeister, der nichts kann“, sagt Nevrivy. Er sei seit den 1970er-Jahren in der Partei: Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich das Gefühl habe, dass ein Vorsitzender nicht so gescheit ist wie ich. Das ist deprimierend. Der Babler ist ja in Wahrheit eine [derbe Beschimpfung, Anm.].“

Nevrivy: „Entschuldige mich aufrichtig bei allen“

Nevrivy kommentiert auf KURIER-Anfrage seine Äußerungen folgendermaßen: „Ich wurde heute mit Aussagen von dem widerrechtlich aufgezeichneten Treffen mit Walter Ruck am 20. November 2025 konfrontiert. Unabhängig davon, dass ich mich nicht mehr an den genauen Wortlaut der Gespräche, die wir im privaten Rahmen geführt haben, erinnern kann, will ich deutlich zum Ausdruck bringen, dass ich diese unangemessenen Aussagen zutiefst bedaure. Ich entschuldige mich aufrichtig bei allen, die ich durch meine Worte verletzt oder enttäuscht habe. Ich entschuldige mich, dass ich mich bei diesem Treffen dazu habe hinreißen lassen, derartige Aussagen zu  tätigen.“

FPÖ fordert Nevrivys Rücktritt

Der FPÖ ist das nicht genug: Parteichef Dominik Nepp fordert den Rücktritt Nevrivys: „Die Ludwig/Ruck-Leaks zeichnen ein erschreckendes Sittenbild davon, wie im roten Wien brutaler Machtmissbrauch begangen wird.“ Weiters will die FPÖ eine Sondersitzung der Donaustädter Bezirksvertretung beantragen.

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