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Politik Inland
01/17/2020

"Enorm in Form": Beste Heilpraxen künftig österreichweit zugänglich

Die Gesundheitskasse ÖGK will Spezialangebote in einzelnen Ländern künftig österreichweit ausrollen.

von Daniela Kittner

Die Fusion der Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse ÖGK hat Folgen. Die Krankenkassen sind ja nicht nur Vertragspartner der Kassenärzte, sondern betreiben selbst auch Gesundheitseinrichtungen. Diese 101 Einrichtungen an 70 Standorten kommen nun unter ein Dach, das der ÖGK.

4.700 Mitarbeiter der insgesamt 12.000 ÖGK-Mitarbeiter sind bei den 101 Gesundheitseinrichtungen tätig.

Dazu gehören:

32 von der ÖGK betriebene Ärztezentren an 19 Standorten, die 850.000 Behandlungsfälle im Jahr bewältigen;

107 Fachambulanzen, in denen 178 Ärzte tätig sind;

61 Zahnzentren, wo 294 Ärzte 670.000 Behandlungen im Jahr durchführen.

Hinzu kommen:

das Hanuschspital mit 347 Betten und 311 Ärzten;

Kur- und Erholungsheime an fünf Standorten mit 584 Betten, 201 Mitarbeitern, 190.000 Verpflegungstagen für 9.000 Kunden im Jahr.

Neuer Chef

Der neue Chef über diese Einrichtungen ist Erol Holawatsch, langjähriger Mitarbeiter der Sozialversicherung und Spitalsmanager.

 

Holawatsch versucht aus dem Umstand, dass sich diese vielen Einrichtungen neuerdings unter einem Dach befinden, die Vorteile zu heben und möchte mittelfristig eine Harmonisierung der IT-Systeme erreichen. Durch einen gemeinsamen Einkauf in ganz Österreich sind Einsparungen möglich. Außerdem will er für alle Einrichtungen eine gemeinsame Kommunikation mit den Kunden, sprich Versicherten, etablieren.

 

"Gleicher Zugang für alle"

Das Wichtigste aber: Die besten Heilpraxen aus den einzelnen Bundesländern sollen künftig „österreichweit ausgerollt werden. Es soll keinen Unterschied mehr machen, ob jemand in Kärnten, Salzburg oder Wien wohnt. Jeder bekommt den gleichen Zugang“, sagt Holawatsch.

Fitness für Kinder

Er nennt ein Beispiel. In Wien-Floridsdorf ist das Programm „Enorm in Form“ gegen Adipositas von Kindern entwickelt worden und sei sehr erfolgreich. Kinderärzte, Diätologen und Psychotherapeuten begleiten Familien über mehrere Monate. Ziel ist nicht eine möglichst rasche Gewichtsreduktion, sondern ein langfristig gesunder Lebensstil. Durch die ÖGK sollen solche Programme nun österreichweit starten können.