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Politik Inland

Digitale Schule: Laptops und Tablets laut Eltern selten im Einsatz

Elternvertreter Drexler ortet mangelhafte Umsetzung der von den Schulen vorgelegten Konzepte. Weiter Probleme bei Ausstattung der Schulen mit WLAN und Steckdosen.

04/13/2022, 12:57 PM

Wegen "Funktionsm├Ąngeln" bei den bestellten Windows Tablets wartet ein Viertel der Jugendlichen, die das Bildungsministerium in diesem Schuljahr bei seiner Digitalisierungsoffensive erstmals mit g├╝nstigen Laptops und Tablets ausstatten wollte, noch immer auf ein Ger├Ąt. Doch auch bei den Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern der 5. und 6. Schulstufe, die bereits beliefert wurden, sehen Elternvertreter Verbesserungsbedarf: Die Laptops und Tablets w├╝rden n├Ąmlich zu selten genutzt.

250 Mio. Euro hat das Bildungsministerium f├╝r die Laptops und Tablets in die Hand genommen. Die Sch├╝ler ├╝bernehmen ein Viertel der Kosten, daf├╝r gehen die Ger├Ąte in ihr Eigentum ├╝ber. Im Unterricht seien die Ger├Ąte allerdings zum Teil im vergangenen Wintersemester nur ein einziges Mal eingesetzt worden, kritisierte der Sprecher des Bundesverbands der Elternvereine an mittleren und h├Âheren Schulen (BEV), Christoph Drexler, am Mittwoch im ├ľ1-"Morgenjournal". "Einmal im Semester ist doch etwas wenig f├╝r das, dass die Ger├Ąte viel gekostet haben und dann nat├╝rlich auch sinnvoll eingesetzt werden sollten."

"Hapert in der Umsetzung"

93 Prozent der Schulen haben sich im ersten Jahr an der Ger├Ąteinitiative beteiligt, ├╝ber die k├╝nftig jedes Jahr die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler der 5. Schulstufe (1. Klasse Mittelschule bzw. AHS) g├╝nstige IT-Ger├Ąte erhalten sollen. Voraussetzung daf├╝r ist ein Konzept, wie die Ger├Ąte im Unterricht eingesetzt werden sollen. Die Elternvertreter h├Ątten allerdings den Eindruck, dass es "in der Umsetzung zum Teil auch hapert", so Drexler. Er hofft, dass die Einf├╝hrung des neuen Pflichtfachs "Digitale Grundbildung" im kommenden Schuljahr einen Schub bringen wird. Schlie├člich m├╝ssten die Ger├Ąte dann auf jeden Fall daf├╝r in die Schule mitgebracht werden - "und dann werden die Ger├Ąte hoffentlich auch ├╝ber diese eine Stunde hinaus verwendet".

Doch auch bei der Hardware an den Standorten hapert es laut Drexler immer noch: An vielen Standorten gebe es nur unzureichendes Internet oder zu wenige Steckdosen, damit alle Sch├╝ler ihre Ger├Ąte auch wirklich nutzen k├Ânnen. Im Bildungsministerium wurde laut dem Bericht betont, dass an den Hardwareproblemen gearbeitet werde. Zust├Ąndig seien aber die Schulerhalter, bei den Mittelschulen seien das vielfach L├Ąnder und Gemeinden. An AHS, bei denen der Bund zust├Ąndig ist, soll es mit Ende dieses Schuljahres ├╝berall Breitbandinternet und leistungsf├Ąhiges WLAN geben.

Wer wird das Fach unterrichten?

Offen ist f├╝r NEOS-Bildungssprecherin Martina K├╝nsberg Sarre unterdessen weiterhin, wer ab Herbst das Fach "Digitale Bildung" ├╝berhaupt unterrichten wird. "Ein neues, eigenes Fach einzuf├╝hren, ohne die Lehrerinnen und Lehrer mit entsprechenden Ressourcen und Kenntnissen auszustatten, ist eine Farce", kritisierte sie per Aussendung. ├ťberhaupt fehle Ressortchef Martin Polaschek (├ľVP) "das Anliegen, die Vision und das Ziel in der Bildungspolitik", zeigte sie sich mit dessen Antworten im heutigen Interview mit dem ├ľ1-Morgenjournal unzufrieden.

Entt├Ąuscht reagierte auch SP├ľ-Bildungssprecherin Petra Vorderwinkler auf Polascheks Ausf├╝hrungen in diversen Interviews zu den Problemen mit den Tablets, zum kritisierten Corona-Bonus f├╝r Schulleiter oder ukrainischen Sch├╝lern an den heimischen Schulen. "Nach jedem Interview des Ministers sind mehr Fragen unbeantwortet als zuvor. Akute Fragen kann er nicht beantworten und mittelfristige Fragen will er angesichts der akuten Fragen, die sich stellen, nicht beantworten." Auch eine Vision, wie die Schule in zehn oder zwanzig Jahren aussehen solle, fehlt Vorderwinkler. F├╝r sie ist der Minister "r├╝cktrittsw├╝rdig". Auch von der FP├ľ kam erneut Kritik, wonach Polaschek keine Antworten liefere. "Entweder kommt Martin Polaschek rasch in den Arbeitsmodus, oder er l├Ąsst es bleiben und legt sein Ministeramt zur├╝ck", so Bildungssprecher Hermann Br├╝ckl.

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