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Politik Inland
01/04/2019

Die SPÖ nutzt 2019 als Training für das Rennen um Wien

In Wien wird die Wahl nun definitiv nicht vorverlegt. Die SPÖ hat ihren Kalender bis Oktober 2020 durchgeplant.

von Daniela Kittner

Zwei Wahlgänge fallen in die erste Jahreshälfte 2019, und beide kommen der SPÖ-Wien gelegen. Die Arbeiterkammerwahl und die EU-Wahl sollen ihr für Mobilisierungstests dienen, damit sie für die große Wahlschlacht um Wien im Oktober 2020 Erfahrungen sammeln kann. Schließlich ist in Wien nicht nur in der Stadtregierung ein neues Team am Werk, sondern auch in der Stadt-SPÖ. Barbara Novak, die Parteigeschäftsführerin, wird bei der EU-Wahl im heurigen Frühjahr erstmals für die Organisation eines Wahlkampfs verantwortlich sein. Novak ist die wichtigste und engste Mitstreiterin von Bürgermeister Michael Ludwig.

Wohlwollen, aber wenig Profil

Bei Meinungsforscher Peter Hajek hat die Wiener SPÖ eine Umfrage über das Image des Bürgermeisters in Auftrag gegeben (siehe Grafik). Demnach gibt es in Wien eine grundsätzlich positive Stimmung gegenüber dem neuen Bürgermeister, und zwar weit über die Parteigrenzen hinweg. Auch bei ÖVP-Anhängern genießt Ludwig auffallend viel Wohlwollen. Andererseits scheint Ludwig für die Wiener nicht wirklich greifbar: Die Daten zeigen weder große Begeisterung noch polarisierende Ablehnung. Nur zwölf Prozent haben eine „sehr gute Meinung“ von ihm (zum Vergleich: die SPÖ hat ca. 40 Prozent der Wähler). Nur sechs Prozent haben eine „sehr schlechte Meinung“ von Ludwig und 23 Prozent können mit ihm gar nichts anfangen. Fazit: Ludwig ist einfach – noch – keine Marke wie es Helmut Zilk oder Michael Häupl waren. Auch das ist wohl ein Grund, warum die SPÖ-Wien keine Wahlvorverlegung will: um ihrem Chef noch Zeit zur Profilierung zu geben.

Wahlumfrage Wien

Marke hin oder her – wenn am kommenden Sonntag Gemeinderatswahlen wären, würde die SPÖ-Wien mit Ludwig an der Spitze nicht schlecht abschneiden. Mit rund 37 Prozent liegt sie nicht weit von Häupls letztem Wahlergebnis (40 %) entfernt. Stark verlieren würde die FPÖ (von 31 auf 24 Prozent), auf Kosten der Blauen würde die ÖVP stark zulegen (von 9 auf 17 Prozent). Gemeinsam blieben FPÖ und ÖVP etwa gleich stark wie 2015.

Was es laut Umfragen derzeit nicht mehr gibt, ist eine rot-grüne Mehrheit. Grüne und Neos sind einstellig, aber sicher im Gemeinderat. Die SPÖ lässt nach der Wahl alle Koalitionen offen, nur Rot-Blau ist tabu.

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