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Politik Inland
09/18/2019

Die dritte Runde der ORF-Wahlduelle in der Nachlese

Am Mittwoch standen die fünf letzten Wahlduelle auf dem Programm - und es ging durchaus zur Sache.

von Andreas Puschautz

Wir biegen langsam aber sicher in den Endspurt des Nationalratswahlkampfs 2019 ein.

Für die Kandidatinnen und Kandidaten heißt das: voller Einsatz im Kampf um die letzten Stimmen - auch und insbesondere in den massenwirksamen TV-Auftritten.

Am Mittwoch stand der dritte und letzte Teil der ORF-Wahlduelle auf dem Programm - und brachte überraschend freundliche (Werner Kogler gegen Norbert Hofer), aber auch äußerst angriffige (Pamela Rendi-Wagner gegen Sebastian Kurz) Konstellationen.

Eröffnet wurde der Abend jedoch von Beate Meinl-Reisinger (Neos) und Norbert Hofer (FPÖ), die inhaltlich nicht sehr viele Gemeinsamkeiten fanden.

Peter Pilz (Jetzt) und Jörg Leichtfried (SPÖ), der in diesem Duell seine Parteichefin Pamela Rendi-Wagner vertrat, fanden auch einige Reibungspunkte, ebenso wie Sebastian Kurz (ÖVP) und Beate Meinl-Reisinger.

Norbert Hofer und Werner Kogler (Grüne) gingen dann unerwartet höflich miteinander um, bevor Pamela Rendi-Wagner und Sebastian Kurz mit härteren Bandagen kämpften.

Wir haben alle fünf Duelle im Liveticker begleitet, den Sie hier nachlesen können.

ORF-Wahlduelle: Runde drei

  • 09/18/2019, 8:12 PM

    The End

    Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des heutigen Duell-Abends. Wir danken fürs Mitlesen und wünschen noch einen schönen Abend!

  • 09/18/2019, 8:11 PM

    Analyse

    "Rien ne va plus - nichts geht mehr", lautet das Fazit von Profil-Chefredakteur Christian Rainer. Er habe das Gefühl, da wären "zwei Menschen zu einer Paartherapie gezwungen worden, die nicht miteinander können". Lagerdenken und persönliche Feindschaft wären im Vordergrund gestanden, um Inhalte wären die Zuschauer "betrogen worden".

    Eine Koalition zwischen Kurz und Rendi-Wagner kann er sich nicht vorstellen.

  • 09/18/2019, 8:09 PM

    Verschlechterungen?

    Thür fragt nach einer konkreten Verschlechterung, die Patienten bereits merken? "Die werden Sie merken", meint Rendi-Wagner. In der Vergangenheit wäre durch gute Planung viel Geld angespart worden, daher sei noch nichts zu merken. 

  • 09/18/2019, 8:07 PM

    Streit um Reformkosten

    Rendi-Wagner lässt das nicht stehen: Die Reform koste Geld, "und das ist nicht Ihr Geld, Herr Kurz". Das würden auch Gutachten belegen.

    Kurz lässt sich nicht beirren: Die Reform wäre durchgezogen worden, obwohl "viele Rote" ihre Machtzentren behalten wollten. Und die Patienten würden merken, dass die Leistungen angepasst werden - "auf das höchste Niveau". 

  • 09/18/2019, 8:05 PM

    Sozialversicherungsreform

    Die Sozialversicherungsreform habe gezeigt, wie Kurz mit Wahrheit umgehe, kritisiert Rendi-Wagner. Nicht sei "schlanker und effizienter" geworden, dafür gebe es eine neue Verwaltungsebene und mehr Verwaltungsposten. Von der versprochenen "Patientenmilliarde" sei auch nichts zu sein. Ob die Reform für eine eventuelle Koalition rückgängig gemacht werden müsse? Das sei nicht so einfach, da sei viel "zerschlagen" worden.

    Kurz kontert: Wir würden viel ausgeben, aber trotzdem wären die Leistungen schlechter geworden. Darum habe man versucht, die Sozialversicherungsträger zusammenzulegen. Nach wie vor geht er davon aus, dass die Milliarde bis 2023 im System frei werden wird, "damit die Leistungen ausgebaut werden können". 

  • 09/18/2019, 8:02 PM

    Gemeinsam

    "Es ist wichtig, was am Ende so einer Koalitionsverhandlung herauskommt", will sich Rendi-Wagner nicht festnageln lassen. Es dürfe jedoch nicht auf "Spaltung und Hetze" gesetzt werden, sondern auf Gemeinsamkeit, um Österreich "zukunftsfit" zu machen.

     

  • 09/18/2019, 8:01 PM

    Gesprächsbasis

    Kurz betont, er könne persönlich mit allen: "Es gibt Gesprächsebenen, ja." Inhaltlich sei das schwieriger, gebe es doch Wünsche, Maßnahmen von Türkis-Blau zurückzunehmen. Und vor allem in der Migrationspolitik gebe es große Differenzen.

  • 09/18/2019, 7:59 PM

    Türkis-Rot

    Wie soll das zwischen ÖVP und SPÖ funktionieren, will Thür noch einmal wissen? Können Sie mit Sebastian Kurz vertrauensvoll zusammenarbeiten?

    Das sei die Aufgabe von Politikern, ansonsten "wären wir unprofessionell", sagt Rendi-Wagner. Kurz sei überdies noch jung und könne "noch etwas lernen". 

  • 09/18/2019, 7:58 PM

    Koalitionen

    Kurz lenkt zurück zum Misstrauensantrag. Hans Peter Doskozil habe damals von "Parteitaktik" gesprochen. Der sitze nicht hier, stellt Thür klar. Und lenkt das Gespräch darauf, dass Kurz bereits zwei Regierungen platzen ließ. Wie solle ihm da noch eine Partei vertrauen?

    Die Entscheidung, Rot-Schwarz zu beenden und "Erneuerung möglich zu machen", wäre eine richtige Entscheidung gewesen. Dass das Ibiza-Video die Zusammenarbeit mit der FPÖ unmöglich gemacht habe, bedauert Kurz. Inhaltlich hätte es gut gepasst mit den Freiheitlichen.

     

  • 09/18/2019, 7:55 PM

    Vertrauen?

    Erst der Misstrauensantrag, bald mögliche Koalitionsverhandlungen - wie passt das zusammen, fragt Martin Thür Pamela Rendi-Wagner?

    Es gebe auch eine persönliche Ebene zwischen ihr und Kurz, es habe mehrere freundliche Gespräche gegeben. Er weise "zwei Gesichter" auf, wundert sich Rendi-Wagner. Es gebe manchmal vertrauensvolle Gespräche, die sie wenig später in Online-Medien lesen könne.

    Kurz habe auch seinen Pressesprecher angewiesen, vergangene Woche die Zeitungen darüber zu informieren, dass Norbert Hofer hohes Fieber habe, sagt Rendi-Wagner. Er wisse von FPÖ-Verschwörungstheorien, aber "das hat alles getoppt", antwortet Kurz. Der Vorwurf sei "absurd".

  • 09/18/2019, 7:49 PM

    ÖVP vs SPÖ

    Kurz gegen Rendi-Wagner lautet die letzte ORF-Zweierkonfrontation vor der Wahl.

  • 09/18/2019, 7:48 PM

    Analyse

    Hubert Patterer von der Kleinen Zeitung sah ein "sehr freundlich gehaltenes Duell zweier Bräute", um bei der Hochzeits-Metapher zu bleiben. Er meint, die Differenzen wären gar nicht so wie erwartet sichtbar geworden.

  • 09/18/2019, 7:46 PM

    Bildungspflicht oder Unterrichtspflicht?

    Kogler "tendiert" zu einer Bildungspflicht. "Viel, viel wesentlicher" sei aber, wie man die Bildung bis dahin organisiere - Stichwort Kindergärten. Auch die "Segregation ab 9 Jahren" lehnen die Grünen ab. "Das würde schon helfen."

    Hofer findet es "eigenartig", dass es in Österreich eine Bildungsarmut geben soll. Er wolle aber nicht, "dass jemand neun Jahre absitzt, und dann ohne Abschluss die Schule verlässt" - am Ende also doch noch eine kleine Gemeinsamkeit zwischen Grün und Blau.

  • 09/18/2019, 7:43 PM

    Bildung

    "Das kommt in ihrem Wahlprogramm interessanterweise nicht vor", meint Lorenz-Dittlbacher zu Hofer. Das Publikum lacht.

    Hofer ignoriert die kleine Spitze geht direkt in medias res: Es brauche die zuvor bereits von Kurz und Meinl-Reisinger diskutierten Deutschklassen. Es gebe aber auch eine Verantwortung in der Familie. 

    Zum Thema "Bildung vererben" meint Hofer, es sei "keine Schande", wenn das Kind eines Professors einen Handwerksberuf erlerne.

  • 09/18/2019, 7:40 PM

    Wehrpflicht

    Kogler spricht sich für ein Berufsheer auf, weil es effizienter und vor allem günstiger wäre. 

    Ob Hofer für die Rück-Verlängerung auf eine achtmonatige Wehrpflicht ist, will die Moderatorin wissen? Es müsse erst einmal die Budgetfrage geklärt werden, sagt der FPÖ-Chef. Und betont die benötigte "Sicherheitskomponente" aufgrund der Migration.

  • 09/18/2019, 7:38 PM

    Heeresbudget

    Wir "haben das Glück, im Herzen Europas zu leben", entgegnet Hofer. Er könne da keine Bedrohung erkennen, daher könne die Luftraumüberwachung "klein gehalten werden".

    Das eine Prozent des BIP, das international als Größenordnung für das Heeresbudget gilt, hätte Kogler lieber für den Klimaschutz oder für die Verdoppelung der Kindergärten. In den zuvor angesprochenen Bereichen innerhalb des Heeres sei er aber für höhere Ausgaben.

    "Wir werden dieses eine Prozent benötigen", meint hingegen Hofer. Und er kann nach wie vor nicht glauben, dass die Grünen dem vermeintlich Grünen Verteidigungsminister "nicht glauben". Als Koalitionsbedingung will er das eine Prozent des BIP erst nicht festschreiben lassen, meint am Ende aber doch: "In dieser Legislaturperiode werden wir es benötigen."

  • 09/18/2019, 7:34 PM

    Kein Ausspielen

    Österreich brauche eine Armee, die alle Waffengattungen stelle, meint Hofer, also auch Artillerie und Panzer.

  • 09/18/2019, 7:33 PM

    Launig

    "Du brauchst keine Angst haben", beruhigt Hofer Kogler zum Einstieg.

    Um dann zu betonen, dass Minister Starlinger als grün-affin gelte, war er doch früher Adjutant von Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

    Es sei freilich nicht Aufgabe des Bundesheeres, den Klimawandel zu bekämpfen. Und der Katastrophenschutz funktioniere nur im Rahmen der Landesverteidigung.

     

  • 09/18/2019, 7:31 PM

    Keine Eurofighter

    "Da war das Schmiergeld ja schon auf den Flügeln draufgepickt", meint Kogler zu den Eurofightern. Österreich hätte unter Schwarz-Blau "Luftraum-Ferraris" gekauft, aber die brauche es nicht.

  • 09/18/2019, 7:30 PM

    Landesverteidigung..

    .. lautet das erste, von Lou Lorenz-Dittlbacher vorgegebene Thema.

    Das Bundesheer soll auf ein absolut notwendiges Maß verkleinert werden, steht im Grünen Wahlprogramm. Muss das nach dem gestrigen Bericht von Minister Starlinger revidiert werden, so die Frage an Werner Kogler?

    Nein, meint der. Es könne aber in einzelnen Bereichen auch Erhöhungen geben, etwa im Katastrophenschutz. Der werde durch den Klimawandel mehr zu tun bekommen. Auch im Bereich Cyberkriminalität, wo die Republik bedroht werde, brauche es Ressourcen. Und drittens im Bereich Friedenseinsätze im Ausland gebe es Bedarf. 

    Dann ein kurzer Exkurs zu Hofer: "Sie schauen mich so treu an, haben Sie das in Russland diskutiert, wie der Putin das macht?"