© Elfie Semotan

Politik Inland
11/01/2019

"Die Dohnal": Ein Film über die Ikone des Feminismus

Einer der besten Politik-Filme der letzten Jahre gelungen. Eine Filmkritik.

von Daniela Kittner

Eine Schlüsselszene des Films ist den Archiven des ORF entnommen. Zwei Männer – ein Richter und der damalige Krone-Kolumnist Staberl – greifen in einer TV-Diskussion Dohnal an, weil sie die Vergewaltigung in der Ehe der Vergewaltigung außerhalb der Ehe strafrechtlich gleich stellen will. Beide Herren serviert Dohnal schlicht und hart ab. Zu Staberl sagt sie: „Die meisten Frauen haben nicht Ihr Einkommen, sie können sich nicht scheiden lassen und mit den Kindern einfach gehen.“

Diese Passage illustriert den Kern der Dohnalschen Politik, die sie immer und immer wieder dozierte: „Frauen, macht Euch ökonomisch unabhängig für ein selbstbestimmtes Leben.“ Und sie half dabei, mit Reformen im Sozial-, Pensions- und Familienrecht sowie bei der Ausbildung („Töchter können mehr“). Das bedeutete Machtverlust für Männer, entsprechend wurde Dohnal angefeindet, auch in der SPÖ.

Regisseurin Sabine Derflinger ist einer der besten Politik-Filme der letzten Jahre gelungen, ein Zeit-Dokument, das sich hoffentlich viele Jüngere anschauen. Selbst für Zeitzeugen ist der Film voller Momente, die zugleich Schrecken und Lachen hervorrufen: Man erinnert sich, was vor gar nicht langer Zeit noch gang und gäbe war. „Die Dohnal“ hatte am Freitag Vorpremiere. Ab 14. Februar läuft der Film in den Kinos.

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