Armutsrisiko von Alleinerziehenden

© APA/dpa/Marcel Kusch / Marcel Kusch

Politik Inland

Die ärmsten Kinder haben nichts vom Familienhärtefonds

Sozialhilfeempfänger, Aufstocker, geringfügig Beschäftigte fallen aus dem Härtefonde, zeigt die Armutskonferenz auf

von Michael Bachner

04/16/2020, 02:12 PM

Die Armutskonferenz fordert Verbesserungen beim Familienhärtefonds. Von der Maßnahme "sind die ärmsten Kinder ausgeschlossen", wiederholte das Netzwerk seine Kritik. So würden derzeit allein rund 80.000 Kinder unter Sozialhilfebedingungen leben und nicht vom Härtefonds profitieren. Auch alle Aufstocker in der Mindestsicherung würden leer ausgehen, genauso wie geringfügig Beschäftigte.

"Wir brauchen einen funktionierenden Schutzschirm für Menschen in Not - keinen mit Löchern, der Hunderttausende im Regen stehen lässt", so die Kritik der Armutskonferenz. Familienministerin Christine Aschbacher (ÖVP) und Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) fordert die NGO zu "besseren Lösungen" auf. "Frauen, Männer, Kinder, die bisher schon große soziale und gesundheitliche Belastungen hatten, brauchen jetzt Entlastung, um nicht zusammenzubrechen."

Zu viele haben einfach keinen Anspruch

Neben denjenigen, die Mindestsicherung bzw. Sozialhilfe beziehen, seien auch weitere Personengruppen vom Familienhärtefonds ausgeschlossen, so die Armutskonferenz. Darunter fallen alle "Aufstocker", die trotz Arbeit Leistungen aus der Mindestsicherung/Sozialhilfe beziehen müssen und alle geringfügig Beschäftigte, "die mehrheitlich in der aktuellen Krise einfach den Job verlieren und keinen Anspruch auf Arbeitslosenversicherung /Notstandshilfe haben". Ebenfalls betroffen seien Kinder von Alleinerziehenden mit gekürztem Unterhalt (weil der getrennt lebende Elternteil den Job verloren hat oder in Kurzarbeit ist). Auch Menschen mit Beeinträchtigungen, die einen Eigenbezug der erhöhten Familienbeihilfe haben, würden bei den anspruchsberechtigten Personen fehlen, so die Armutskonferenz.

Die Interessensvertreter fordern Verbesserungen und verweisen auf "mehrere praktikable Vorschläge für einen funktionierenden Schutzschirm" wie etwa die Erhöhung der Mindestsätze in der Sozialhilfe und beim Arbeitslosengeld über die Ausgleichszulage, einen Sozialfonds für die "Hilfen in besonderen Lebenslagen" mit vereinfachtem Zugang oder die Anhebung der Familienzuschläge im Arbeitslosengeld.

ein ActiveCampaign Newsletter Widget Platzhalter.

Wir würden hier gerne ein ActiveCampaign Newsletter Widget zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte ActiveCampaign, LLC zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Liebe Community,

Mit unserer neuen Kommentarfunktion können Sie jetzt an jeder Stelle im Artikel direkt posten. Klicken Sie dazu einfach auf das Sprechblasen-Symbol rechts unten auf Ihrem Screen. Oder klicken Sie hier, um die Kommentar-Sektion zu öffnen.

Die ärmsten Kinder haben nichts vom Familienhärtefonds | kurier.atMotor.atKurier.atFreizeit.atFilm.atImmmopartnersuchepartnersucheSpieleCreated by Icons Producer from the Noun Project profilkat