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Porträt
06/11/2020

Der neue Ausputzer an Werner Koglers Seite

Seit Juni ist Stefan Wallner, ein Steirer mit gewisser Härte, Kabinettschef des Vizekanzlers.

von Christian Böhmer, Raffaela Lindorfer

Wenige Monate nach Regierungseintritt hat Werner Kogler einen zentralen Spieler ausgewechselt. Statt Dieter Brosz fungiert seit Juni Stefan Wallner als Kabinettschef des Vizekanzlers. Wallner bekleidet damit eine Schlüsselfunktion in der türkis-grünen Koalition.

Beim Partner ÖVP wird Wallner mit Respekt betrachtet. Er sei "sicher kein Mann der Finsternis, man kann mit ihm auskommen". Aber er sei wohl auch verantwortlich dafür, dass die Grünen in letzter Zeit selbstbewusster auftreten, heißt es aus der Volkspartei.

Tatsächlich gilt Wallner auch bei den Grünen als "starker Mann an Koglers Seite". Wallner hat schon im Sozialministerium in kurzer Zeit ordentlich Eindruck gemacht. Die Corona-Monate hindurch war er Generalsekretär bei Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

Vertrauten gegenüber schilderte Wallner einen Generalsekretärsjob so: "Du hast jeden Tag ein Kanalrohr vor dir, das sich unentwegt mit allerlei Unrat füllt. Der Job des Generalsekretärs besteht darin, das zu beheben und das Rohr freizuhalten, damit alles fließen kann. Du schaufelst es bis zum Abend leer – und am nächsten Tag füllt es sich wieder."

Für keinen Job zu schade

Das Zitat zeigt, dass sich der 48-jährige Steirer für keinen Job zu schade ist – im Gegenteil. Unangenehme Aufgaben akzeptiert er als seine Pflicht. Auch, wenn er sich dabei unbeliebt macht.

Man sagt über ihn, er gehe sehr strukturiert, nach Plan und durchaus mit gewisser Härte vor. Er wisse eben, wie Politik in dieser Flughöhe funktioniere.

Skepsis bei Wiener Grünen

Bei manchen Grünen, insbesondere bei den Wienern, die mit Autorität eher ein Problem haben, sorgt so ein Auftreten für Skepsis.

Wallner ist Gegenwind allerdings gewohnt. Als früherer Generalsekretär der Caritas war er auch dort mit selbstbewussten Landesorganisationen konfrontiert. Dabei neige er aber dazu, "anderen die Welt zu erklären", heißt es – und auch damit eckt er mitunter an.

Wallner hat Jus, Geschichte und Politologie studiert und vor Caritas und Grünen auch bei der ÖVP-nahen Julius-Raab-Stiftung mitgearbeitet.

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