Das KHG-Spiel: "Einen Abend lang korrupt sein"

KHG, Korrupte haben Geld, Brettspiel…
Foto: /KHG Das Spiel "KHG" steht für "Korrupte haben Geld". Das Brettspiel soll ab Oktober im Handel sein.

Ein Brettspiel, das erst zu Ende ist, wenn die Staatskasse gesprengt ist, wird mittels Crowdfunding realisiert.

Es gilt die Unschuldsvermutung." – "Das ist alles supersauber." – "Wos woar mei Leistung?" – "Des is part of the game." Sätze wie diese sind Teil der politischen, juristischen Realität. Teil eines Spiels. Eines Brettspiels. Gefragt sind Perfidie, Taktik, Hinterlist und Mitspieler.

"Bei KHG kann jeder betrügen und unterschlagen und hinterher behaupten ,des is part of the game‘. Wer am meisten Geld auf die Seite schafft, hat gewonnen. Wenn die Staatskasse gesprengt ist, ist das Spiel zu Ende." Keine Anleitung zum zivilen Ungehorsam, sondern zu KHG. Das Akronym steht nicht etwa für den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser, sondern für "Korrupte haben Geld".

"Wir haben bewusst kein Online-, sondern ein klassisches Brettspiel kreiert", sagt Klaus Hofegger. Der Designer und Agentur-Chef hatte die Idee, Psychotherapiewissenschaftler und Risikomanagement-Experte Christian Felsenreich die Expertise dazu. Ein 12-seitiger Würfel, sogenannte Aktionskarten, 24 Korruptionsfall-Karten, acht Ja-Nein-Chips und jede Menge Spielgeld dienen maximal vier Menschen zum unlauteren Geldscheffeln. "Ein Booklet wird für alle Interessierten die Causen, die als Vorbild dienten, zusammenfassend beschreiben", sagt Felsenreich. Aufklärender Nachlese folgt spielerischer Ernst – und vice versa.

Die Korruptionskarten stehen gleichsam Pate für die Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit, die Politik wie Gerichte in Österreich beschäftigen. Die Causa Hypo Alpe Adria beziehungsweise HETA wird nicht nur im Untersuchungsausschuss, sondern auch im Spiel mannigfaltig behandelt.

Waffen-Ali & Ernsthaft

Die Karten "Mafia-Hausbank", "Corupthia", "Strohmann" und "kleiner Tipp" nehmen Anleihe an Hypo, Haider & Co. "Waffen Ali", "Ernsthaft" und "Schwiegermutter" an prominenten Protagonisten wie Alfons Mensdorff-Pouilly, Ernst Strasser und Grasser. Auch etwas in Vergessenheit geratene juristische Fälle wie jene rund um Begas, Meinl, Novomatic und die Telekom Austria wurden aufgearbeitet.

Um "einen Abend lang korrupt zu sein", mittels Mittelsmännern zu Moneten zu kommen, bedarf es Geld zur Realisierung. Erfinder Hofegger: "Das ist mein erstes Crowdfunding-Projekt. Anders als bei anderen so finanzierten Projekten kann jeder einzelne Unterstützer hinterher auch ein KHG-Spiel sein Eigen nennen." 26.000 Euro kostet die Produktion – Freitag Abend fehlten noch knapp 2000 Euro für das Brettspiel über ehrliche Leistung, supersaubere Politik und die Unschuldsvermutung. Interessierte können bis 15. Juni unter www.startnext.com/khg-das-spiel Details erfahren und mitfinanzieren, damit im Oktober ausgeliefert werden kann.

(kurier) Erstellt am
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