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Politik Inland
12/27/2020

Covid-Impfstart in Österreich: "Der Anfang vom Sieg gegen die Pandemie"

Covid-Impfstart in Österreich: Seit Sonntag werden die Vakzine verabreicht – in allen Bundesländern, außer in Kärnten

von Bernhard Gaul

Am 14. März, also vor genau 290 Tagen, musste die Bundesregierung zum ersten Mal in der Zweiten Republik vormals unglaubliche Maßnahmen verkünden: Das öffentliche Leben wurde auf fast null heruntergefahren, Ausgangssperre, Handel, Schulen, alles musste zusperren. Das Coronavirus hatte Österreich plötzlich fest im Griff.

Am Sonntag konnte die Bundesregierung erstmals wirklich Hoffnung geben, dass es besser werden wird: Die ersten Impfdosen gegen das heimtückische Sars-CoV-2-Virus waren in Österreich angekommen und wurden bereits verimpft.

Allererste Impfung

Kurz nach neun Uhr sonntagmorgens wurden an der Spezialambulanz für Impfungen, Reise- und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien die ersten fünf Österreicher mit dem Pfizer BioNTech-Impfstoff immunisiert. Die Pensionistin (und Ur-Großmutter) Theresia Hofer war die erste Österreicherin, die am Sonntag gegen das Coronavirus geimpft wurde. Professorin Ursula Wiedermann-Schmidt, die Vorsitzende der österreichischen Impfkommission, injizierte der Dame und vier weiteren Patienten je eine Dosis des ersten in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer.

„Es hat gar nicht wehgetan“, sagte Frau Hofer. Und dass sie sich freue, bald wieder ein gewisses Maß an Normalität erleben und ihre Enkel und Urenkel sehen zu können. „Das ist ein historischer Tag“, würdigte Bundeskanzler Sebastian Kurz bei der anschließenden Pressekonferenz vor allem die wissenschaftliche Leistung, in so kurzer Zeit einen hochwirksamen Impfstoff zu entwickeln und zu produzieren. „Die Impfung ist der Anfang vom Sieg über die Pandemie“, sagte Kurz, das Vakzin sei ein „Gamechanger“.

10.000 Impfdosen für 5.000 Österreicher (zur vollen Wirksamkeit sind zwei Impfdosen innerhalb von drei Wochen nötig) wurden am Wochenende angeliefert und seit Sonntag verimpft. In die Breite geht das Impfprogramm mit den größeren Lieferungen aber erst nach dem Jahreswechsel. Dann werden zuerst die Hochrisikogruppen immunisiert, also Menschen über 80 mit einem Fokus auf Pflegeheimen. Danach ältere Menschen und Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur, und erst in der dritten Phase alle anderen Österreicher, sofern sie das wollen. Kurz und Gesundheitsminister Anschober betonten einmal mehr, dass die Impfung freiwillig ist.

Nach den ersten fünf medienöffentlichen Impfungen starteten weitere in allen Bundesländern – außer in Kärnten.

Unumstritten war der Impftermin mit Kanzler und Gesundheitsminister ohnehin nicht. Während SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner den Impfstart via Twitter begrüßte („Beim Impfen geht's ums große Ganze. Jeder, der sich gegen Covid impfen lässt, hilft mit, die Pandemie zu stoppen ...“) und sich auch Neos-Gesundheitssprecher Gerald Loacker sehr freue, „dass am Sonntag die ersten Menschen in Österreich die Corona-Impfung erhalten haben“, fand FPÖ-Klubchef Herbert Kickl die Verabreichung der ersten Impfungen als neuen „Tiefpunkt“, Kanzler Kurz habe „eine Propaganda-Show in Ostblockmanier abgezogen“, wo „hochbetagte Risikopatienten als Statisten“ missbraucht worden seien.

Pfizer/BioNTech will bis Ende März Impfdosen für knapp eine halbe Millionen Österreicher liefern, wie viele Dosen von Moderna wann kommen – der US-Hersteller dürfte für sein Vakzin Anfang Jänner grünes Licht von der EU-Behörde bekommen – ist noch nicht klar. Tolle Nachrichten kamen indes aus England, denn der Impfstoff von AstraZeneca könne einen „100-prozentigen Schutz“ gegen schwere Verlaufsformen einer Erkrankung mit Covid-19 bieten, sagt Unternehmenschef Pascal Soriot gegenüber der Sunday Times. Von dem Impfstoff stünden Österreich bis Ende 2021 bis zu 7,8 Millionen Dosen zu.

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